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Soziale Ordnung! Interaktives Magazin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Die christlich-soziale Online-Illustrierte

Verheerende Beratungsqualität?

Markus Gloe

Die Stiftung Warentest hat wieder einmal zugeschlagen: 21 Banken wurden getestet. Bei keiner sei die Beratungsqualität “gut” gewesen. Hängen bleibt das Pauschalurteil “verheerende Beratung”.

Um nicht missverstanden zu werden: Die Ergebnisse solcher Tests müssen Ernst genommen werden. Die journalistische Aufbereitung schießt aber über das Ziel hinaus. Natürlich gewollt. Nur das sichert die Aufmerksamkeit, die einem die Medien dann schenken, zumal dem Absender dieser Botschaft per sé hohe Glaubwürdigkeit bescheinigt wird.

Darüber jammern, hilft allerdings nicht weiter; und die Tatsache, dass nach einer aktuellen Studie der GfK Gesellschaft für Konsumforschung 57 Prozent der Deutschen - soviel wie in sonst keinem anderen Land - ihren Bankern vertrauen, auch nicht. Vertrauen ist bekanntlich schwer aufzubauen, aber leicht zu verspielen.

Nein! Was die Stiftung Warentest im Kern zu Recht bemängelt, die eigentlich selbstverständliche Frage nach den persönlichen finanziellen Verhältnissen und die ohnehin vorgeschriebene Übergabe des Beratungsprotokolls, ist Anlass, die Ursachen solcher Testergebnisse anzugehen. Sonst heißt es: Wiedervorlage 2011.

Die Beratungsqualität kann immer nur so gut sein, wie es dem Banker erlaubt ist zu beraten. Dem Kunden nur das zu verkaufen, was ihn langfristig an uns bindet, ist das wirklich so naiv? Oder vielleicht nicht doch eine Aufforderung, im Interesse des langfristigen Ertrags Produktentwicklung und Prozesse tatsächlich vom Kunden her zu denken? Mit allen Konsequenzen: angefangen von der Aus- und Weiterbildung bis hin zu den konkreten Verkaufszielen und ihrer Kontrolle?

Verkauf muss sein, sonst verkaufen wir unsere Arbeitsplätze. Aber richtig verkaufen! Darum muss es jetzt gehen.

AK “Banken und Sparkassen”

Tags: Bank, Beratung, Kunde, Stiftung Warentest
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Das “C” in der Politik

Martin Kamp

kreuz

Elmar Nass nennt zehn gute Gründe für das “C” in der Politik. In einem Grundsatztext schreibt er: “Diesem Zeitgeist entgegen fragt eine bewusst christlich-soziale Position, wie denn eine zunehmend gottlos dominierte Gesellschaft aussieht beziehungsweise wie sie wohl aussehen wird.” Doch ist das “C” noch zeitgemäß? Diskutieren Sie mit!

Tags: Ethik
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Kinderrechte ins Grundgesetz?

Martin Kamp

steuer-schenken

Kinderrechte ins Grundgesetz - dagegen werden eine Reihe von Gründen ins Feld geführt. Das Grundgesetz dürfe nicht überfrachtet werden. Reine Symbolpolitik sei das. Für Kinder gelte  ohnehin die verfassungsrechtlich verankerten Menschenwürde. Zudem stehe die Familie unter dem Schutz des Grundgesetzes. Kinder dürften nicht gegen die Familie, gegen Eltern ausgespielt werden.

Das kann ja alles richtig sein.  Aber richtig ist auch: Verfassungsästhetischen Aspekten genügt das Grundgesetz schon lange nicht mehr. Es ist mitnichten bloß eine feierliche Erklärung der Menschenrechte. Es besteht eben nicht nur aus so einfachen und eindeutigen Sätzen wie “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Sondern selbst in den Grundrechteteil, etwa in den Artikel 16a zum Asylrecht, hat man komplizierte, bürokratische Detailregelungen aufgenommen.  Und auch der Verweis auf die Menschenwürde vermag nicht zu überzeugen. Mit dem gleichen Argument könnte man diejenigen Artikel, die sich etwa gegen Diskriminierung wenden, für überflüssig halten. Ganz abgesehen davon, dass das Grundgesetz auch Tiere und zukünftige Generationen schützt.

Und niemand will Kinder gegen Eltern ausspielen. Der Artikel 6 des Grundgesetzes soll ja nicht zugunsten der Kinderrechte gestrichen werden. Aber die Missbrauchsfälle, die jetzt bekannt geworden sind, zeigen eben auch, wozu ein (glücklicherweise sehr kleiner) Teil von Menschen, die Kindern ganz nahe sind, in der Lage ist. Misshandlung und Missbrauch gibt es auch in der durch die Verfassung geschützten Familie. Vor diesem Hintergrund zu unterstreichen, dass Kinder eigene Rechte - auch das Recht auf Schutz - haben, ist richtig.

Schließlich: Symbolpolitik. Ja, die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz ist auch Symbolpolitik. Aber das ist kein Gegenargument. Politik hat nicht nur mit der Schaffung von Rechtsnormen und der Gewährung staatlicher Leistungen zu tun. Symbolpolitik ist auch Teil von Politik, und meist nicht einmal der unwichtigste. In der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz manifestiert sich die Auffassung des Souveräns, dass Kinder eben eigene Rechte haben. Das schafft Bewusstsein und wirkt auf die Zivilgesellschaft zurück. Deshalb; Ja, Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!

Tags: Familie, Kinder
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Austreten? - Eintreten!

Martin Kamp

kreuz

Von einer “dramatischen Austrittswelle unter Katholiken” ist zu lesen. Besonders in den katholischen Gegenden West- und Süddeutschlands sei die Zahl der Austritte drastisch gestiegen. Eine Forsa-Umfrage für die Bild-Zeitung zeigt zudem: Fast ein Viertel aller Katholiken hat überAustritt nachgedacht. Nach Wochen der Berichterstattung über Mixa, Misshandlung und Missbrauchsfällen mag das nicht überraschen. Und Kritik an der Kirche als Institution, an einzelnen ihrer Repräsentanten, an Zölibat und Sexualmoral - das alles ist berechtigt. Aber Kirche ist eben mehr. Kirche hat vor allem mit Glauben zu tun. Und mit der katholischen Soziallehre, mit dem Bekenntnis zur Würde des Menschen, zu Gerechtigkeit und Solidarität verfügt die Kirche über einen großen Schatz. Würde der Arbeit, gerechter Lohn, Gerechtigkeit weltweit, fairer Welthandel - das sind Kernanliegen der katholischen Soziallehre. Die katholische Kirche wird gebraucht. Deshalb sind Kirchenaustritte der falsche Weg.

Tags: Ethik, Sozial-Enzyklika
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Druck lohnt sich

Martin Kamp

einkaufswagen

Das ist ein gutes Urteil: Lidl darf nicht für faire Kleidung werben. Der Discounter hatte suggeriert, man beziehe die Textilien nur von solchen Lieferanten und Produzenten, die gewisse Sozialstandards einhalten. Tatsächlich klagten Näherinnen in Bangaldesh über unmenschliche Arbeitsbedingungen.  Es ist gut, dass Druck gemacht wird. In diesem Fall hatten die Verbraucherzentrale Hamburg und die Kampagne für Saubere Kleidung gegen Lidls Werbung geklagt. Aber so erfreulich das ist - es reicht nicht aus. Es kommt darauf an, dass politisch gehandelt wird: durch verpflichtende Sozialstandards, Informationspflichten über Produktionsbedingungen und die Forcierung von Sozial- und Umweltsiegeln.

Tags: Arbeit, Kinderarbeit
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Mittagsschlaf in der Badewanne?

Martin Kamp

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Auf Anhieb hat das neue Buch von Miriam Meckel die Bestseller-Listen erobert. Das mag an der Prominenz der Autorin oder an einer geschickten Vermarktung liegen. Doch gewiss hat es auch mit dem Thema zu tun. In “Brief an mein Leben” schreibt Meckel über ihre “Erfahrungen mit einem Burnout”.  Dass es sich bei ihrem Burnout nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt auch ein Blick in die Statistik. Rund 11 Prozent der Fehltage der DAK-Versicherten waren 2009 auf psychische Erkrankungen zurückzuführen - Tendenz steigend, wie aus dem ”DAK-Gesundheitsreport 2010″ hervorgeht. 

Der Report geht insbesondere auf Schlafstörungen ein. Die haben nicht nur teilweise verheerende Auswirkungen auf das Arbeitsleben; so ist Übermüdung eine häufige Ursache für Unfälle am Arbeitsplatz. Sondern auch die Ursachen von Schlafstörungen haben oft genug mit dem Job zu tun. Bei über 70 Prozent der Schlafgestörten seien Stress und Belastungen Hauptursachen für die gestörte Nachtruhe. Und wörtlich heißt es im DAK-Gesundheitsreport:

Nach der Einschätzung der von der DAK befragten Experten haben Ein- und Durchschlafstörungen in den letzten Jahren zugenommen; eine Entwicklung, die nicht losgelöst von arbeitsbedingten Faktoren wie z.B. Leistungsdruck, Konkurrenz, Mobbing etc. gesehen wird.

Immerhin: In vielen Betrieben wächst das Bewusstsein für die Bedeutung “gesunden Arbeitens”. Und bei dem, was in Deutschland insgesamt für Gesundheit ausgegeben wird, wachsen die Leistungen für Prävention und Gesundheitsschutz. Angesichts von Gesundheitsausgaben von 263 Milliarden Euro (10,5 Prozent des BIP) im Jahr 2008 besteht bei den Präventionsausgaben von 10,7 Milliarden Euro (und angesichts des immensen Einsparpotenzial bei durch Prävention verhinderten Erkrankungen) gewiss noch Spielraum nach oben. Doch immerhin sind die Leistungen für Prävention und Gesundheitsschutz allein zwischen 2007 und 2008 um 5,5 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Und auch die Arbeitgeber sind kreativ, wie im DAG-Magain “Praxis und Recht” nachzulesen ist - etwa wenn es darum geht, Schlafmangel entgegenzuwirken.

Einige Arbeitgeber helfen ihren Miitarbeitern sogar, am Arbeitsplatz kurze Schlafpausen einzulegen, das so genannte Powernapping… Die Leistungsfähigkeit steigt nach einem Mittagsschlaf um 30 Prozent an. Solche kreativen Mittagspausen können Mitarbeiter der Schweizer Google-Niederlassung sogar individuell nutzen: auf Sofas, in Hängematten oder in mit Schaumstoffbällen gefüllten Badewannen.

Schlafen am Arbeisplatz - spinnerte Idee oder sinnvoller Gesundheitsschutz? Schreiben Sie Ihre Meinung - oder schildern Sie, wie bei Ihnen im Betrieb Gesundheit gefördert wird.

Tags: Arbeit, Gesundheit
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Gute Familien, gute Bildung

Martin Kamp

bildung

Nach Hannelore Kraft hat wieder einmal ein Sozialdemokrat zugeschlagen: Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky will das Kindergeld halbieren, das eingesparte Geld stattdessen in die Bildung investieren. Nun ist es gewiss richtig, über Zielgenauigkeit in der Sozial-, Bildungs- und Familienpolitik zu diskutieren. Es ist auch angebracht, genau zu überlegen, wie man das “Hartz-IV”-Urteil des Bundesverfassungsgerichts so umsetzt, dass die Kinder davon profitieren. Und es gibt gute Gründe dafür, in Ruhe zu überlegen, in welcher Weise das Betreuungsgeld ab 2013 gewährt wird. Auf Gutscheine, auf Sach- und Dienstleistungen zu setzen - das kann Sinn machen. Doch bei alledem darf man nicht ins andere Extrem verfallen und den Eindruck erwecken, als könnten Eltern generell nicht mit Geld umgehen. Geldleistungen an Familien und gute Bildung müssen keine Gegensätze sein. Vom Schreibtisch über Schulhefte und -bücher bis zum PC - all das, was Kinder neben guten Kitas und Schulen für die Bildung brauchen, kostet Geld. Und die allermeisten Eltern gucken, wie sie jeden Tag über die Runden kommen und ihren Kindern dabei eine gute Bildung ermöglichen können. Wer den Eindruck erweckt, das Geld in den Händen der Eltern werde automatisch für Flachbildfernseher, Zigaretten und Schnaps verwendet, tut den allermeisten Familien zu kurz. Und gute Bildung gegen die Familien durchzusetzen - das ist sowieso zum Scheitern verurteilt. Dass Buschkowsky seine Überlegungen ausgerechnet bei einer Veranstaltung der FDP kundgetan hat, mag man für eine nette Pointe halten.  Doch Westerwelle, Kraft, Buschkowsky - diese sozialliberale Troika schürt Ressentiments gegen Hilfeempfänger, schreibt Langzeitarbeitslose ab und schürt das Misstrauen gegenüber Familien. All das ist weder sozial noch liberal, sondern nur noch schäbig.

Tags: Familie, Sozialpolitik
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Gefährliche Schnapsidee

Martin Kamp

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Man könnte den Vorschlag von Hannelore Kraft ja als bloße Schnapsidee abtun. Man könnte milde darauf hinweisen, dass sie als Oppositionspolitikerin nicht ausreichend Sachkenntnis besitzt, und zur Tagesordnung übergehen. Schlimm ist aber der folgende Satz:  “Wir müssen endlich ehrlich sein: Rund ein Viertel unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden.”  Welche 25 Prozent meint sie? Warum sollen sie nie mehr einen regulären Job finden? - Wer “Hartz IV” bekommt, ist erwerbsfähig; das ist ja gerade die Voraussetzung für den Bezug von “Arbeitslosengeld II”.  Warum sollen Menschen, die voll erwerbsfähig sind, für einen symbolischen Betrag arbeiten? Was hat das mit gerechtem Lohn, mit anständiger Bezahlung für anständige Arbeit zu tun? Und wenn man annimmt, dass diese 25 Prozent nie wieder einen regulären Job finden werden - warum sollen sie dann unter anderem ausgerechnet in der Pflege arbeiten? Entweder sind diese Arbeitslosen dazu in der Lage, einen solchen Job qualifiziert auszuüben - dann kann man sie in normale Arbeitsverhältnisse vermitteln, dann braucht man keine gemeinnützige Arbeit für einen symbolischen Betrag. Oder sie sind nicht dazu in der Lage - dann dürfen sie gar nicht erst in diesem Bereich arbeiten. Das Schlimme an Frau Krafts Vorschlag ist nicht mögliche Unkenntnis. Das Schlimme ist ihr Menschenbild.

Tags: Arbeit, Sozialpolitik
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Hat Westerwelle Recht?

Martin Kamp

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Hat Westerwelle Recht? Natürlich nicht. Das Leben mit Hartz IV hat so viel mit Dekadenz zu tun wie der Job eines Außenministers mit Beschaulichkeit und Ruhe. Zum Glück hat der FDP-Vorsitzende von vielen Seiten auf seine Ausfälle die passenden Antworten bekommen. Noch ärgerlicher als seine Positionen in der Sache ist sein Stil - will er doch den Eindruck erwecken, als spreche er aus, was sonst nicht gesagt werden dürfe. Dabei kann man den Satz, dass der, der arbeite, mehr haben müsse als der, der nicht arbeite, in so ziemlich jedem arbeitsmarktpolitischen Papier der Union der letzten Jahre lesen. Auch die Sozialstaatsdebatte muss nicht angemahnt werden - sie wird doch schon seit Jahren heftig geführt mit massiven Konsequenzen in der praktischen Politik. Was denn, wenn nicht die Sozialpolitik, hat die deutsche Innenpolitik in den letzten Jahren dominiert - von Hartz IV bis zur Rente mit 67? Wer angesichts der damit verbundenen Einschnitte so tut, als dürfe über Sozialpolitik nicht geredet werden, setzt auf perfiden Populismus. Er macht Stimmung. Er zündelt. Mit echter Liberalität hat das nichts zu tun.

Tags: Sozialpolitik
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Neuer Name, neues Glück?

Martin Kamp

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“Hartz IV” ist  eine große Reformbaustelle. Schonvermögen, Jobcenter, Regelsätze  - alles ist in der Diskussion, vieles steht zur Dispostion. Auch der Name. “Hartz IV” steht zwar nicht im Gesetz -  richtig ist, die Begriffe SGB II, Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Grundsicherung für Arbeitsuchende zu nutzen. Aber selbst das Bundesverfassungsgericht spricht kurz von “Hartz IV”, damit jeder weiß, was gemeint ist. Nicht zuletzt aufgrund des großen Reformbedarfs ist der Begriff “Hartz IV” nun aber einmal mehr in die Kritik geraten. Doch wodurch kann man ihn am besten ersetzen?

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