Wie kommen Flips und Salzstangen in die Tüte? – Kaum vorstellbar, dass das Knabberzeug einmal von Hand verpackt wurde. Doch genau das beobachtete Karl Kisters, ein junger Tüftler aus Kleve, in den fünfziger Jahren in der dortigen XOX Biskuitfabrik. Er hatte die Idee, für die Verpackung passende Maschinen zu entwickeln. Das erfuhren der CDA-Kreisvorsitzende aus Kleve, Hermann Lang, der CDA-Hauptgeschäftsführer Martin Kamp, Sozialsekretär Heinz Goldenhaus, Norbert Sonntag und weitere Kollegen jetzt bei einem Besuch der Kisters-Stiftung.
Kisters’ Idee war Gold wert. Denn seine Erfindung war der Grundstein für ein über Jahrzehnte hinweg florierendes Unternehmen. Und weil in Kleve auch Schuhe produziert wurden, ließ Kisters sich auch davon inspirieren – und baute unter anderem eine Stollen-Schraubmaschine für Fußballschuhe. Doch Karl Kisters war nicht nur ein erfolgreicher Manager. Sondern Zeit seines Lebens war der inzwischen verstorbene Unternehmer auch sozial engagiert – und seine noch lebende Frau Maria ist es bis heute. Als Chefs genossen die beiden einen hervorragenden Ruf bei den Beschäftigten – und weit darüber hinaus. So haben sie in Kleve den Bau des Kolpinghauses ermöglicht.
Und weil Karl und Maria Kisters keine eigenen Kinder bekommen haben, verkauften sie ihr Unternehmen, als sie es selbst nicht mehr führen konnten - und steckten das Geld in eine Stiftung, die Kisters-Stiftung. Die Stiftung engagiert sich heute in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und finanziert gemeinnützige Projekte von der „Armenküche Klosterpforte” über die Klever Tafel bis hin zum Aufbau einer Bäckerei im afrikanischen Benin. „Das ist ein eindrucksvolles Beispiel für soziale Verantwortung von Unternehmen”, waren sich die CDA-Kollegen mit Peter Röder und Michael Rübo, die die Delegation im Namen der Kisters-Stiftung begrüßt hatten, einig. Es sei ein Gegen-Modell zu raffgierigen Managern.

Wir brauchen mehr solcher Leute und weniger Ackermänner!
Nun, Karl Kister ist ein Beispiel für Verantwortung, die Unternehmer auch noch heute jeden Tag übernehmen. Leider gibt es in der medialen Öffentlichkeit nur noch Ackermänner, Zumwinkels oder ähnliche Größen. Doch den kleinen aber feinen Unterschied sehen viele leider nicht. Das eine sind Manager, deren Ziel die Gewinnmaximierung ist. Dem Erreichen dieses Zieles wird alles untergeordnet, teils der Menschenverstand, von Menschlichkeit gar nicht zu reden. Von diesen Managern sind die wahren Unternehmer zu unterscheiden. Diese übernehmen täglich die im Artikel beschriebene Verantwortung, für ihr Unternehmen, für ihre Mitarbeiter (auch hier erkennt man meist den Unterschied, der Manager spricht von Angestellten, der verantwortungsvolle Unternehmer meist von Mitarbeitern) und häufig auch für die Gesellschaft. Man sollte bei aller berechtigten Managerschelte darauf achten, dass es auch noch Unternehmer gibt, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind.
Der wirklich verantwortungsbewußte Unternehmer spricht von Kollegen.