
150 Jahre Haft für Bernard Madoff. 150 Jahre für 65 Milliarden Dollar, die er in den Sand gesetzt, um die er seine Anleger betrogen hat. Doch mehr als diese ohnehin nicht fassbare Summe machen die Einzelschicksale der Opfer klar, was da abgegangen ist: Menschen müssen ihre Häuser verkaufen, sind auf nun Essensmarken angewiesen. Tausende haben ihre Altersvorsorge verloren, weil einer gezockt hat. “Ich kann nicht in den Ruhestand gehen. Ich muss jetzt so lange arbeiten, wie Bernard Madoff im Gefängnis sitzt”, sagt eines der Opfer sarkastisch.
Es wäre unredlich, nun die private Altersvorsorge komplett in Bausch und Bogen zu verdammen. Ergänzende kapitalgedeckte Vorsorge macht Sinn. Aber klar ist doch: Die Angriffe auf unsere umlagefinanzierte gesetzliche Rente erweisen sich vor dem Hintergrund des Madoff-Skandals einmal mehr als absurd. Mag die “Deutsche Rentenversicherung” auch etwas bieder erscheinen - sie ist seriös und solide. Da werden keine Kartenhäuser errichtet, die durch einen Kriminellen zerstört oder durch eine leichte Windböe auf den Finanzmärkten eingestürzt werden können. Sondern die Umlagefinanzierung beruht auf einem einfachen Grundsatz: Sozialleistungen müssen auf dem laufenden Sozialprodukt finanziert werden. Und Wohlstand muss erarbeitet werden.
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