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Soziale Ordnung! Das Magazin der Christlich-Sozialen

Hier diskutieren die Christlich-Sozialen

Archiv für den Monat Juli 2009

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“Kein Geld mehr für Afrika!”

Martin Kamp

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Das ist nicht die Haltung der CDA, sondern die einer inzwischen prominenten Afrikanerin: Dambisa Moyo, aufgewachsen in Sambia, promovierte Ökonomin und Investmentbankerin, provoziert mit dem Buch “Dead Aid”. Sie vertritt die Auffassung, die Entwicklungshilfe habe versagt und solle – außer die Notfallhilfe – komplett gestrichen werden. “In den vergangenen 50 Jahren sind über zwei Billionen Dollar an Hilfen von den reichen an die armen Länder geflossen. Aber dieses Modell hat nirgendwo auf der Welt wirtschaftlichen Aufschwung gebracht”, sagte sie kürzlich  der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (FAS). Aufgrund der Hilfe fehlten die Anreize, innovativ zu sein.

Bob Geldof hält dagegen. Er nennt Erfolge. Seit dem Jahr 2000 sei die afrikanische Wirtschaft im Schnitt um jährlich über 5 Prozent gewachsen.  Und weiter: “Heute gehen 34 Millionen Kinder mehr zur Schule als noch vor neun Jahren, drei Millionen bekommen Medikamente gegen Aids. Länder wie Ruanda haben die Zahl der Malaria-Erkrankungen halbiert. Ist das nichts?” So der Pop-Star ebenfalls in der “FAS”.

Recht hat er. Über Art, Umfang und Verbesserung der Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit muss man reden. Aber über das Ob der Hilfe sollte man – gerade angesichts der Krise - nicht streiten. Deshalb ist es auch gut, dass die Union sich in ihrem Regierungsprogramm zu den “internationalen Verpflichtungen, die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern”, bekennt. Das ist meine Auffassung. Oder haltet Ihr das für verbranntes Geld?

Tags: Entwicklungshilfe, Kinderarbeit, Krise
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Mauerriss und Gottvertrauen

Martin Kamp

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“Wie ein Riss in einer hohen Mauer”, so ist das “Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zur globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise” überschrieben. Die EKD nimmt damit Bezug auf einen biblischen Text  des Propheten Jesaja. Dort geht es um einen Riss, der sich in eine hohe Mauer frisst, bis diese am Ende zusammenbricht.

Vieles in dem Papier hat man schon an anderer Stelle gehört, etwa die Forderung, dass die Finanzmärkte einer stärkeren Regulierung bedürfen oder dass Konjunkturpakete nachhaltig ausgestaltet werden sollen. Der Text ist aber deshalb so wertvoll, weil er zum einen die Schwächsten in den Mittelpunkt rückt: “Für die wachsende Zahl von Armen ist es besonders hart” schreibt der Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber schon im Vorwort. Und zum anderen zeigt die EKD über allen konkreten politischen Handlungsbedarf hinaus auf, wie wichtig Vertrauen für Wirtschaft und Gesellschaft ist. “Es geht nicht weniger um ein tragfähiges ethisches Fundament. Hier ist die gesamte Gesellschaft gefordert.” Und vom Vertrauen schlägt der Text die Brücke zum Gottvertrauen: Wer sein Vertrauen auf Gott setze, habe gute Aussichten, in Krisen standzuhalten. Und dann zitiert die EKD Dietrich Bonhoeffer: “Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen… In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden werden.”

Den kompletten Text gibt es hier

Tags: Ethik, Krise
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Es geht nicht nur um die Wurst

Martin Kamp

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Sonne, Sommer, Grillsaison. Wie schön könnte das sein. Wäre da nur nicht der Professor mit der Fliege. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD. Vor einigen Wochen warnte er im “Spiegel” vor den Gefahren des Grillens. Ungesund sei Gegrilltes, schädlich.  Er tut übrigens auch kein Salz an sein Essen, habe ich mal gelesen. Natürlich auch wegen der Gesundheit.

Aufpassen. Es geht nicht nur um die Wurst. Es geht auch um Koteletts, Schnecken, Spieße und allerhand mehr. Und vor allem geht es  um eine grundsätzliche Frage:  Muss “gesundheitsbewusst” unbedingt “genussfeindlich” heißen? Ich finde: Nein. Alles mit Maßen. Wenn einem die Wurst schmeckt, soll man sie auch essen. Ab und zu zumindest. Was nützt einem eine winzige statistische Verlängerung der Lebenserwartung, wenn die Lebensfreude nachhaltig leidet? Ist die Stimmung bei den Sozis inzwischen wirklich  so mies, dass sie sich bereitwillig auch noch den Spaß am Würstchen verderben wollen?

Dass man  nicht täglich Wurst-Berge und Kotelett-Stränge vom Grill vertilgen sollte, wussten wir übrigens auch schon vor Herrn Lauterbach. Will ja auch keiner. Da soll bloß kein Gesundheitspolitiker auf die Idee kommen, den Metzgern vorzuschreiben, Totenköpfe auf das Fleisch zu drucken!

Tags: Gesundheit
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