
Kinder essen Schokolade. Und Kinder schuften für Schokolade - auf Kakaoplantagen, vor allem in Westafrika. Wie ist die Situation auf den Kakaoplantagen, wie sind die Arbeits- und Lebensbedingungen der Farmer? Und vor allem: Was können Wirtschaft, Politik und Verbraucher in Deutschland zur Verbesserung der Lebensbedingungen tun? - Das ist das Thema der Studie “Die dunklen Seite der Schokolade” von Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut. Die Studie gibt es auch als Kurzfassung. Hütz-Adams hat das Papier für die ökumenische Initiative “Schokoladenaktion Aachen” erstellt.
Klasse Aktion, erstklassiges Papier.
Der Autor tritt durchaus für einen differenzierten Ansatz ein. Bloß die Kinderarbeit in den Focus zu nehmen reiche nicht aus. Die Kakaobauern bräuchten dauerhaft stabile Preise.
Gefordert sind alle Marktbeteiligten. Der Ausbau ländlicher Straßen und die damit verbundene Verbilligung der Transporte sowie der Ausbau von Lagerhäusern könnte den Anteil am Exportpreis, der derzeit beim Handel verbleibt, verringern und so die Einkommen der Bauern erhöhen (Gockowski 2008: 8). Hier sind die Regierungen der Anbauländer in der Pflicht. Armut ist die Hauptursache der Kinderarbeit. Die Zunahme der Kinderarbeit bei sinkenden Preisen ist ein eindeutiger Beleg für die Bedeutung der Schwankungen der Weltmarktpreise. Zugleich zeigt sich hier, dass ein punktueller Ansatz „gegen“ Kinderarbeit nicht zur dauerhaften Reduzierung der Kinderarbeit beitragen kann. Stabile Einkommen, die ein Auskommen der Familien sichern, liegen in der Verantwortung der gesamten Handelskette – und hängen letztlich stark vom Preis des Kakaos ab (ILRF 2008: 14).
Und der bloße Appell - so richtig er auch ist - fair gehandelte Schokolade zu essen, reicht nicht aus. Auch der Gesetzgeber ist gefragt: Unternehmen sollten verpflichtet werden, in ihrer Lieferkette dieEinhaltung internationaler Standards durchzusetzen - etwa die Kernarbeitsnormen der Vereinten Nationen. Zudem plädiert der Autor für eine Erweiterung desVerbraucherinfotmationsgesetzes.


