
Regelmäßig wird auf Veranstaltungen der CDU proklamiert: Unser Ziel heißt 40 + X! - Dieses Ziel auszugeben ist so richtig, wie es ehrgeizig ist. Man sollte jedoch nicht nur davon reden, wir müssen dieses Ziel auch leben.
Für uns als Junge CDA ist klar: Wer 40 + X will, der muss auch Politik für 40 + X machen. Aus unserer Sicht ist die CDU eben mehr als ein bloßes Netzwerk und die Summe von Funktionärseliten – die CDU ist immer noch ein Spiegel unserer Gesellschaft, der alle Schichten und Altersklassen unserer Gesellschaft in sich vereint. Unsere Basis, die diese Vielfalt widerspiegelt, muss in Zukunft wieder stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und insgesamt in ihrer Arbeit höher wertgeschätzt werden als bislang. Hierzu wünschen wir uns eine breit angelegte Debatte in der Partei, denn eines muss unbedingt gelingen: den konsequenten Abwärtstrend bei Wahlen stoppen. Wir haben als Partei eine Seele, wir haben Geschichte und Tradition, wir haben unterschiedliche Flügel. All dies muss bei unserer politischen Ausrichtung aber auch deutlich werden, denn ansonsten werden wir das gleiche Schicksal erleiden wie die SPD. Die SPD hat ihre Basis und ihre Vielfalt ignoriert und schlussendlich ihre Seele verkauft. Für die dringend notwendige Debatte in unserer Union stellen wir daher folgende Punkte zur Diskussion:
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Flächendeckende Einführung des Mitgliederprinzips auf Kreisverbandsebene bei der Wahl von Vorständen und der Aufstellung von Kandidaten.
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Regelmäßiges Durchführen von Regionalkonferenzen, um abseits von Parteitagen unserer Basis unsere Politik und unsere Marschrichtung zu erläutern.
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Zurückeroberung des vorpolitischen Raumes: Die Kreisverbände bzw. Kreisvorstände sollte gezielt darauf achten, dass Funktionsträger der CDU auch Funktionen in Vereinen und Verbänden übernehmen.
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Stärkung der Vereinigungen: Die verschiedenen Vereinigungen der CDU leisten wichtige Kontaktpflege und sind maßgeblicher Motor der innerparteilichen Diskussion und einer der Wichtigsten Trümpfe bei der Werbung von Neumitgliedern. Die ständige Rückführung der finanziellen Zuwendungen sollte gestoppt werden und stattdessen im Umkehrschluss die Konzentration unserer Aufwendungen werden.
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Internetoffensive durch Schulungsangebot für Funktionsträger, wie die sozialen Foren im Internet(z.B. Facebook, MeinVZ, Wer-Kennt-Wen) genutzt werden können, um unsere Politik im immer stärker frequentierten World Wide Web an den Mann und an die Frau zu bringen.
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Rückkehr zur klaren Wertorientierung: Nicht alles darf der Ökonomisierung unserer Gesellschaft geopfert werden. Wenn es der CDU nicht gelingt, bei Themen wie z.B. Schutz des ungeborenen Lebens klar Farbe zu bekennen, wird unser Rückhalt in kirchlichen Kreisen weiter schwinden.
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Moderner Konservatismus durch Rückbesinnung auf unsere Wurzeln: Verunsicherung von Arbeitnehmern durch die Forderung nach Lockerung des Kündigungsschutzes und einseitiges Abwälzen von steigenden Sozialkosten auf Arbeitnehmer hat nichts mit modernen Konservatismus zu tun, sondern ist inhaltlich falsch und strategisch fatal. Moderner Konservatismus sollte sich nicht an Thatcherismus oder an der Politik von Ronald Reagan orierntieren, sondern an dem, was unser Land stark gemacht: Die Soziale Marktwirtschaft als Ausfluss von katholischer Soziallehre und evangelischer Sozialethik. Wer sich auf christliche Werte beruft, der muss auch anerkennen, dass der Mensch eben mehr ist als eine disponierbare Ware auf dem Arbeitsmarkt und ein Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft bei der Realisierung von Unternehmenszielen. Das muss die Richtschnur unserer Politik sein.
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Verbindung von Tradition und Moderne: Die große Klammer des Antikommunismus ist durch den Zusammenbruch des Ostblocks weggefallen. Als neue Klammer sollten wir das Bestreben sehen, uns dauerhaft als die letzte Volkspartei Deutschlands zu etablieren, in der offen und kritisch diskutiert wird, in der unterschiedliche Auffassungen zu Sachthemen kein Malus, sondern ein Bonus sind, in der das einzelne Mitglied Einfluss auf Entscheidungen nehmen kann und in der auch in Zukunft die ganze Breite unseres Volkes widergespiegelt wird. Den Status als Volkspartei zu erhalten ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Teil jener Staatspolitischen Verantwortung, die nur wir zu tragen im Stande sind.
Dennis, den organisatorischen Teil Deiner Punkte kann man wunderbar unter die beiden Ziele ‘mehr Transparenz’ und ‘mehr Teilhabe’ zusammenfassen. (Hendrik Wüst hat übrigens dazu beim letzten JU-NRW-Tag in Schwerte eine sehr gute Rede gehalten)
Eine Volkspartei muss unbedingt den Anspruch haben, dass sie wichtige Diskussionen bereits innerparteilich führt, bevor sie die Diskussion dann in die Gesellschaft und die Parlamente trägt. Das gleiche gilt natürlich auch für Personalentscheidungen wie z.B. Nominierungen der Parteikandidaten für eine Wahl.
Die Möglichkeit, bereits in dieser ersten Stufe gut informiert mit Meinung und Stimme mitmachen zu können, ist meiner Meinung nach der größte Mehrwert einer Parteimitgliedschaft.
Dennis hat Recht. Besonders gut finde ich, wie er modernen Konservatismus definiert. Leider gibt es ja einige, die von “konservativ” schwadronieren, aber rechten Vulgärliberalismus meinen.
Die CDU muss im kommunalpolitischen Raum mehr die Nähe zum
Bürger suchen. Auch der Kontakt zu kirchlich aktiven Christen
sollte intensiviert werden. Wer nur parteiinterne Veranstaltungen
mit seinen eigenen Leuten durchführt schmort nur im eigenen Saft!