
Vier Tage Indien, vier Tage Kinderarbeit. Kinder in Steinbrüchen. Kinder, die Steine klopfen, Kinder, die Teppiche knüpfen. Straßenkinder. Kinder, die ihren Eltern beim Straßenverkauf helfen. Es gibt ein großes Engagement in Indien gegen Kinderarbeit. Die Gesetzeslage ist klar. Und dennoch begegnet einem dort auch immer wieder das Argument, man könne Indien nicht mit Westeuropa vergleichen. Auch bei meinen Veranstaltungen in Deutschland höre ich das immer wieder: Bei uns sei es doch auch lange so gewesen, dass Kinder mitarbeiten. Das sei eine Frage der Entwicklung. Also abfinden mit der Kinderarbeit?
Ich finde: Nein! Natürlich verbietet es sich, besserwisserisch oder gar arrogant gegenüber Ländern wie Indien aufzutreten. Abgesehen davon, dass es auch Menschen gibt, die vorsätzlich Kinder zum eigenen Vorteil ausbeuten, ist Kinderarbeit aus der Not geboren, aus Armut und fehlenden Schulen. Aber das ändert nichts daran, dass die Betroffenen ein schreckliches Schicksal haben. Dass sie leiden, früh krank werden, früh sterben. Wenn man das mit der Menschenwürde ernst meint, kann man das nicht richtig finden. Der Hinweis auf die kulturellen Unterschiede kann Kinderarbeit und Ausbeutung nicht rechtfertigen – und der Hinweis auf die Unterschiede in der ökonomischen Entwicklung erst recht nicht. Alles Palavern wird nur allzuschnell eine billige und bequeme Entschuldigung dafür, nichts zu tun, um die Ursachen der Kinderarbeit zu beseitigen.
Tags: Ethik, Kinderarbeit
Natürlich ist Kinderarbeit nicht akzeptabel! Und sollte in Ländern wie Indien und Co. besser kontrolliert werden. Doch nicht jedes Land hat so ein wachsames Auge auf die Mitbürger wie Deutschland und daher wird es wohl eher schwer werden Kinderarbeit aus den Ländern zu verbannen. Doch die Hoffnung stirbt nie. Gruss Artur Nietsch