Ob Schoko-Weihnachtsmann oder Schmunzelhase, der Schokoriegel zwischendurch oder die quadratisch-praktische Tafel – mehr als 8 Kilogramm Schokolade isst jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Doch wo kommt der Rohstoff, nämlich Kakao, für diese Leckerei her – und unter welchen Bedingungen wird er angebaut? –Friedel Hütz-Adams vom Siegburger Südwind-Institut ist diesen Fragen in der Studie „Menschenrechte im Anbau von Kakao“ nachgegangen. Und er kommt zu teilweise erschütternden Ergebnissen. 5,5 Millionen Kleinbauern arbeiten weltweit Kakao an. Allein in der Elfenbeinküste arbeiten – Stand 2009 – 260.000 Kinder in einem Maße, das gegen die einschlägigen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation verstößt. „Niedrige und in Folge von Preisschwankungen unsichere Einkommen, schlechte Arbeitsbedingungen sowie Kinderarbeit sind in diesem Sektor weit verbreitet“, heißt es denn auch in der Zusammenfassung der Studie.
Zwar haben die Verbände der Kakao- und Schokoladenhersteller schon 2001 das „Harkin-Engel-Protokoll“ unterzeichnet, nachdem über die Arbeit von Kindersklaven auf westafrikanischen Kakaoplantagen berichtet worden war. Bis 2004 sollten die schlimmsten Formen der Kinderarbeit eigentlich vollständig beseitigt sein – doch noch immer ist das Ziel nicht erreicht. So wird in der Studie denn auch ein internationaler Rechtsrahmen, der die Einhaltung der Menschenrechte in den Lieferketten der Unternehmen durchsetzt, gefordert.
In einer aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zu dem Thema bekennt sich die Bundesregierung klar zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Sie unterstützt das Ziel, Kinderarbeit weltweit zu ächten. Die Regierung verweist darauf, wie sie konkret die Situation verbessert: So hat sie in den Jahren 2004 bis 2009 ein Projekt zur Bekämpfung des Kinderhandels und der schlimmsten Formen der Kinderarbeit mit 2,9 Millionen Euro finanziert. Und derzeit unterstützt sie drei regionale Vorhaben in West- und Zentralafrika zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Kakaoproduktion, wozu ausdrücklich auch die Überwindung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit gehört; das Gesamtvolumen dafür beträgt 10,6 Millionen Euro.
Tags: Kinderarbeit
