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Soziale Ordnung! Interaktives Magazin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Die christlich-soziale Online-Illustrierte

Mit ‘Arbeit’ getaggte Artikel

Druck lohnt sich

Martin Kamp

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Das ist ein gutes Urteil: Lidl darf nicht für faire Kleidung werben. Der Discounter hatte suggeriert, man beziehe die Textilien nur von solchen Lieferanten und Produzenten, die gewisse Sozialstandards einhalten. Tatsächlich klagten Näherinnen in Bangaldesh über unmenschliche Arbeitsbedingungen.  Es ist gut, dass Druck gemacht wird. In diesem Fall hatten die Verbraucherzentrale Hamburg und die Kampagne für Saubere Kleidung gegen Lidls Werbung geklagt. Aber so erfreulich das ist - es reicht nicht aus. Es kommt darauf an, dass politisch gehandelt wird: durch verpflichtende Sozialstandards, Informationspflichten über Produktionsbedingungen und die Forcierung von Sozial- und Umweltsiegeln.

Tags: Arbeit, Kinderarbeit
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Mittagsschlaf in der Badewanne?

Martin Kamp

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Auf Anhieb hat das neue Buch von Miriam Meckel die Bestseller-Listen erobert. Das mag an der Prominenz der Autorin oder an einer geschickten Vermarktung liegen. Doch gewiss hat es auch mit dem Thema zu tun. In “Brief an mein Leben” schreibt Meckel über ihre “Erfahrungen mit einem Burnout”.  Dass es sich bei ihrem Burnout nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt auch ein Blick in die Statistik. Rund 11 Prozent der Fehltage der DAK-Versicherten waren 2009 auf psychische Erkrankungen zurückzuführen - Tendenz steigend, wie aus dem ”DAK-Gesundheitsreport 2010″ hervorgeht. 

Der Report geht insbesondere auf Schlafstörungen ein. Die haben nicht nur teilweise verheerende Auswirkungen auf das Arbeitsleben; so ist Übermüdung eine häufige Ursache für Unfälle am Arbeitsplatz. Sondern auch die Ursachen von Schlafstörungen haben oft genug mit dem Job zu tun. Bei über 70 Prozent der Schlafgestörten seien Stress und Belastungen Hauptursachen für die gestörte Nachtruhe. Und wörtlich heißt es im DAK-Gesundheitsreport:

Nach der Einschätzung der von der DAK befragten Experten haben Ein- und Durchschlafstörungen in den letzten Jahren zugenommen; eine Entwicklung, die nicht losgelöst von arbeitsbedingten Faktoren wie z.B. Leistungsdruck, Konkurrenz, Mobbing etc. gesehen wird.

Immerhin: In vielen Betrieben wächst das Bewusstsein für die Bedeutung “gesunden Arbeitens”. Und bei dem, was in Deutschland insgesamt für Gesundheit ausgegeben wird, wachsen die Leistungen für Prävention und Gesundheitsschutz. Angesichts von Gesundheitsausgaben von 263 Milliarden Euro (10,5 Prozent des BIP) im Jahr 2008 besteht bei den Präventionsausgaben von 10,7 Milliarden Euro (und angesichts des immensen Einsparpotenzial bei durch Prävention verhinderten Erkrankungen) gewiss noch Spielraum nach oben. Doch immerhin sind die Leistungen für Prävention und Gesundheitsschutz allein zwischen 2007 und 2008 um 5,5 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Und auch die Arbeitgeber sind kreativ, wie im DAG-Magain “Praxis und Recht” nachzulesen ist - etwa wenn es darum geht, Schlafmangel entgegenzuwirken.

Einige Arbeitgeber helfen ihren Miitarbeitern sogar, am Arbeitsplatz kurze Schlafpausen einzulegen, das so genannte Powernapping… Die Leistungsfähigkeit steigt nach einem Mittagsschlaf um 30 Prozent an. Solche kreativen Mittagspausen können Mitarbeiter der Schweizer Google-Niederlassung sogar individuell nutzen: auf Sofas, in Hängematten oder in mit Schaumstoffbällen gefüllten Badewannen.

Schlafen am Arbeisplatz - spinnerte Idee oder sinnvoller Gesundheitsschutz? Schreiben Sie Ihre Meinung - oder schildern Sie, wie bei Ihnen im Betrieb Gesundheit gefördert wird.

Tags: Arbeit, Gesundheit
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Gefährliche Schnapsidee

Martin Kamp

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Man könnte den Vorschlag von Hannelore Kraft ja als bloße Schnapsidee abtun. Man könnte milde darauf hinweisen, dass sie als Oppositionspolitikerin nicht ausreichend Sachkenntnis besitzt, und zur Tagesordnung übergehen. Schlimm ist aber der folgende Satz:  “Wir müssen endlich ehrlich sein: Rund ein Viertel unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden.”  Welche 25 Prozent meint sie? Warum sollen sie nie mehr einen regulären Job finden? - Wer “Hartz IV” bekommt, ist erwerbsfähig; das ist ja gerade die Voraussetzung für den Bezug von “Arbeitslosengeld II”.  Warum sollen Menschen, die voll erwerbsfähig sind, für einen symbolischen Betrag arbeiten? Was hat das mit gerechtem Lohn, mit anständiger Bezahlung für anständige Arbeit zu tun? Und wenn man annimmt, dass diese 25 Prozent nie wieder einen regulären Job finden werden - warum sollen sie dann unter anderem ausgerechnet in der Pflege arbeiten? Entweder sind diese Arbeitslosen dazu in der Lage, einen solchen Job qualifiziert auszuüben - dann kann man sie in normale Arbeitsverhältnisse vermitteln, dann braucht man keine gemeinnützige Arbeit für einen symbolischen Betrag. Oder sie sind nicht dazu in der Lage - dann dürfen sie gar nicht erst in diesem Bereich arbeiten. Das Schlimme an Frau Krafts Vorschlag ist nicht mögliche Unkenntnis. Das Schlimme ist ihr Menschenbild.

Tags: Arbeit, Sozialpolitik
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