• Anmelden
 

Soziale Ordnung! Das Magazin der Christlich-Sozialen

Hier diskutieren die Christlich-Sozialen

Mit ‘Ethik’ getaggte Artikel

« Ältere Einträge

Das “C” in der Politik

Martin Kamp

kreuz

Elmar Nass nennt zehn gute Gründe für das “C” in der Politik. In einem Grundsatztext schreibt er: “Diesem Zeitgeist entgegen fragt eine bewusst christlich-soziale Position, wie denn eine zunehmend gottlos dominierte Gesellschaft aussieht beziehungsweise wie sie wohl aussehen wird.” Doch ist das “C” noch zeitgemäß? Diskutieren Sie mit!

Tags: Ethik
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | 3 Kommentare »

Austreten? – Eintreten!

Martin Kamp

kreuz

Von einer “dramatischen Austrittswelle unter Katholiken” ist zu lesen. Besonders in den katholischen Gegenden West- und Süddeutschlands sei die Zahl der Austritte drastisch gestiegen. Eine Forsa-Umfrage für die Bild-Zeitung zeigt zudem: Fast ein Viertel aller Katholiken hat überAustritt nachgedacht. Nach Wochen der Berichterstattung über Mixa, Misshandlung und Missbrauchsfällen mag das nicht überraschen. Und Kritik an der Kirche als Institution, an einzelnen ihrer Repräsentanten, an Zölibat und Sexualmoral – das alles ist berechtigt. Aber Kirche ist eben mehr. Kirche hat vor allem mit Glauben zu tun. Und mit der katholischen Soziallehre, mit dem Bekenntnis zur Würde des Menschen, zu Gerechtigkeit und Solidarität verfügt die Kirche über einen großen Schatz. Würde der Arbeit, gerechter Lohn, Gerechtigkeit weltweit, fairer Welthandel – das sind Kernanliegen der katholischen Soziallehre. Die katholische Kirche wird gebraucht. Deshalb sind Kirchenaustritte der falsche Weg.

Tags: Ethik, Sozial-Enzyklika
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | Keine Kommentare »

Was man von Reinhold Messner lernen kann – eine Polemik

Sascha Brok

Die erfolgreiche Besteigung des Nanga Parbat durch die Messner Brüder im Jahr 1970 war der endgültige Wendepunkt in der modernen Bergsteigerei. Was den großen Expeditionen und dem damit verbundenen logistischen Aufwand verwehrt blieb, gelang im Kampf des Einzelnen gegen den Berg. Sicher: Basis-Camp und Ausrüstung wurden, werden und werden wohl auch zukünftig von mehr oder weniger größeren Mannschaften organisiert und gesichert werden müssen. Aber sie stellen nunmehr lediglich die Basis des Erfolges dar – sind also notwendige Vorraussetzung, aber mithin nicht mehr hinreichende Bedingung für das Erreichen des Unvorstellbaren. Worin liegen die Gründe für diese Entwicklung?

Nun, seit jeher strebt der Mensch nicht nur in der Bergsteigerei nach immer Größerem und Höherem. Jeweils galt es in Neues vorzustoßen und Hürden zu überwinden – die menschlisch physischen und die technischen. Aus immer verbesserten Methoden – wie der Erfindung des Steigeisens oder leichterer Kletterseile - erwuchs letztlich der Glaube, alles technisch Machbare ist auch für den Menschen machbar. Allein: Es muss organisiert werden. Es mag ein historischer Zufall sein oder nicht, dass dieser Glaube an die technische Organisierbarkeit des menschlichen Handelns und Strebens in der (Unblüte-)Zeit des Totalitarismus vor dem zweiten Weltkrieg seine Wurzeln hat, aber vielleicht ist dieses Bild vom Glauben des Planbaren auch heute noch auf unsere Gesellschaft und das Verständnis von ihr übertragbar – zumindest in Ansätzen.

Mehr Bildung, mehr KiTas, mehr Elternmonate, mehr Geld für die Bedürftigen, mehr Netto vom Brutto… diese Liste ließe sich fast endlos fortführen und soll an dieser Stelle nicht gewertet werden. Nur eines: In ihr steckt das Gefühl, etwas laufe verkehrt und diese oder jene Maßnahme werde kurz- bis mittelfristig Abhilfe schaffen. Es läßt sich demnach das Wachstum “beschleunigen” und in den immer zahlreicheren und schlaueren Kindern stecken die Erfindungen von morgen und damit das Bruttosozialprodukt von übermorgen. Es muss mehr Geld für die Leistungsträger vorhanden sein, damit diese mehr arbeiten und ihre Kinder in die Bildungseinrichtungen stecken können. Die Bedürftigen sind die, die mit diesem organisierten Tempo nicht mehr mitkommen. Das darf natürlich nicht sein: Weiterbildung bis der Arzt kommt oder zumindest höhere Unterstützungssätze für die Binnennachfrage. Nun ist es richtig, Eltern mehr Freirraum zu schaffen. Es stimmt, dass der Leistungsgedanke wichtig ist für das Fortkommen. Es ist eine zivilisatorische Errungenschaft, dass den Schwächeren von der Gesellschaft geholfen wird.

Aber bringt uns das auf den Nanga Parbat? Nein, sicher nicht. Der Gipfel ist die Leistung von Einzelnen, von Eliten, die in der entsprechenden Situation fähig sind und auch das rechte Glück haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dafür benötigen sie eine gewisse Freiheit, aber auch das Gefühl der Einbettung in die Gesamtheit. Denn der Sturz ins Bodenlose ist auch für den talentiertesten und mutigsten Bergsteiger ein gleichsam banales wie reales Problem. Wichtig ist daher: Nicht über Versagen von Eliten zu lachen. Auf der anderen Seite muss sich eine Elite der gesamtheitlichen Verantwortung und der Tragweite ihres möglichenn Scheiterns bewusst sein. Dieses Bewusstsein muss nicht immer monetären Charakter haben – aufrichtige Demut und Reue wiegen oftmals mehr. Aber auch die Früchte des Erfolges müssen geteilt werden. Reinhold Messner hat das erkannt: Er widmet sich gemeinnützigen Alpen-Projekten, fördert Kinder- und Entwicklungsprojekte im Himalaya. Er kehrt immer wieder zurück an den Ort seines größten Erfolges und seiner größten Niederlage und trägt die Last des verlorenen Bruders.

Ich zweifle derweil an dem Fortbestand dieser gesellschaftlichen “Bergsteigerübereinkunft”. Manch einer meint, er schafft es allein hinauf, andere sprechen von “Nieten in Nadelstreifen” und wieder andere wollen das Hinaufsteigen gänzlich verbieten. Aber es darf nicht sein, dass wir uns nicht mehr auf den Nanga Parbat trauen – er bietet so viele Chancen. Und man muss gar nicht auf den Gipfel, das Spurensetzen in 6.000 Metern Höhe ist auch eine feine Sache.

Tags: Ethik
Abgelegt unter Leseecke, Politik & Gesellschaft | Keine Kommentare »

Kaufen oder nicht kaufen?

Martin Kamp

cd

Soll der Staat für viel Geld eine CD mit Daten von Steuersündern kaufen, um noch mehr Geld, nämlich hinterzogene Steuern, eintreiben zu können? Man möchte nicht in der Haut dessen, der die Entscheidung letztlich zu treffen hat, stecken. Denn illegaler Datenklau bzw. Datenhandel soll nicht belohnt werden, vor allem darf es keinen Anreiz für Nachahmer geben.

Wahr ist allerdings auch: Es ist ja nicht so, dass der Rechtsstaat sonst keine “Deals” macht. Wer geständig ist, dessen Strafe fällt geringer aus. Wer als Kronzeuge aussagt, kann ebenfalls mit Strafmilderung, unter Umständen gar mit Straferlass rechnen. Und Steuerhinterziehung – gerade in dem Ausmaß, um das es hier offenbar geht –  ist kein Kavaliersdelikt. Nicht nur, dass der Fiskus die 100 bis 200 Millionen gut gebrauchen könnte, von denen die Rede ist. Kauft der Staat die CD und geht gegen diejenigen, die die Steuern hinterzogen haben, vor, so kann das auch eine abschreckende Wirkung haben. Es führt potenziellen Tätern einmal mehr vor Augen, dass sie damit rechnen müssen, erwischt zu werden. Deshalb – trotz aller Bauchschmerzen: Ja, kaufen!

Tags: Ethik, Steuern
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | 6 Kommentare »

Kinderarbeit – halb so schlimm?

Martin Kamp

so_ka_allgemein

Vier Tage Indien, vier Tage Kinderarbeit. Kinder in Steinbrüchen. Kinder, die Steine klopfen, Kinder, die Teppiche knüpfen. Straßenkinder. Kinder, die ihren Eltern beim Straßenverkauf helfen. Es gibt ein großes Engagement in Indien gegen Kinderarbeit. Die Gesetzeslage ist klar. Und dennoch begegnet einem dort auch immer wieder das Argument, man könne Indien nicht mit Westeuropa vergleichen. Auch bei meinen Veranstaltungen in Deutschland höre ich das immer wieder: Bei uns sei es doch auch lange so gewesen, dass Kinder mitarbeiten. Das sei eine Frage der Entwicklung. Also abfinden mit der Kinderarbeit?

Ich finde: Nein! Natürlich verbietet es sich, besserwisserisch oder gar arrogant gegenüber Ländern wie Indien aufzutreten. Abgesehen davon, dass es auch Menschen gibt, die vorsätzlich Kinder zum eigenen Vorteil ausbeuten, ist Kinderarbeit aus der Not geboren, aus Armut und fehlenden Schulen.  Aber das ändert nichts daran, dass die Betroffenen ein schreckliches Schicksal haben. Dass sie leiden, früh krank werden, früh sterben. Wenn man das mit der Menschenwürde ernst meint, kann man das nicht richtig finden. Der Hinweis auf die kulturellen Unterschiede kann Kinderarbeit und Ausbeutung nicht  rechtfertigen – und der Hinweis auf die Unterschiede in  der ökonomischen Entwicklung erst recht nicht. Alles Palavern wird  nur allzuschnell eine billige und bequeme Entschuldigung dafür, nichts zu tun, um die Ursachen der Kinderarbeit zu beseitigen.

Tags: Ethik, Kinderarbeit
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | 1 Kommentar »

Brauchen wir einen AEK?

Martin Kamp

kreuz

Der Arbeitskreis Engagierter Katholiken in CDU und CSU (AEK) macht von sich reden. Der AEK fordert ein klares Profil aus katholischer  Sicht,  mahnt eine Dialog- und Streitkultur an, und der Initiator des AEK, Martin Lohmann, meint, die CDU müsse endlich wieder “den aufrechten Gang lernen und üben”. Nach konkreten Themen, um die es geht, gefragt, nennt Lohmann Bioethik und Familienpolitik.

Doch den AEK-Leuten ist zu sagen: Fordert nicht Diskussionen, führt die Diskussionen – mit klaren inhaltlichen Vorstellungen. Wenn Lohmann davon spricht, dass jede inhaltliche Anregung “gleich mit der Inquisitionsfrage gekontert wird”, so ist das schlichtweg Quatsch. Stichwort Bioethik. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, dass der “Bunte Abend” auf dem CDU-Parteitag 2007 in Hannover sich immer weiter verzögerte, weil die Partei so engagiert über die Stammzellforschung diskutierte.  Man muss die Position Annette Schavans und Angela Merkels in der Forschungspolitik nicht teilen. Aber dass es ein Diskussionsverbot gegeben hätte, kann ich nicht feststellen. Und auch bei der Frage der Patientenverfügungen hat es lebhafte Diskussionen gegeben.

Und das Gleiche gilt in der Familienpolitik. Einmal abgesehen davon, dass ich es gerade als Katholik richtig finde, dass die Union ihr Verhältnis zum Thema Kinderbetreuung und Ganztagsschulen entkrampft hat – niemand verbietet in dieser Frage  irgend jemand dem Mund. Gerade Anfang des Jahres übrigens ist eine nicht unerhebliche Kindergelderhöhung in Kraft getreten. Milliarden also, die direkt an die Familien und nicht in die Betreuungsinfrastruktur fließen. Da müsste der AEK doch jubilieren!

Das Wichtigste aber: Auch wenn der AEK auf seiner Homepage auf das Buch “Das Kapital” von Reinhard Marx verweist; auch wenn in seinem Gründungsaufruf die Rede davon ist, man wolle sich zu sozialen Fragen äußern – in der öffentlichen Auseinandersetzung reduzieren die AEK-Protagonisten die Forderungen des politschen Katholizismus auf Lebensschutz und Stärkung der Familie. Christlich-soziale Positionen spielen praktisch keine Rolle, werden zumindest nicht öffentlich kommuniziert. Dabei ist die katholische Soziallehre – schon seit Bischof Ketteler und spätestens seit “Rerum Novarum” 1891 – der wichtigste Trumpf, den Katholiken in der politischen Auseinandersetzung ausspielen können. Mag auch der Titel der Sozialenzyklika von Papst Benedikt “Caritas in Veritate” die Homepage des AEK zieren – von wirklich christlich-sozialen Forderungen ist beim AEK keine Spur! All das, was den Papst – neben Lebensschutz und Familie – in der Enzyklika bewegt: Würde der Arbeit; Armutsbekämpfung und weltweite Entwicklung; das Scheitern des internationalen Share-Holder-Value-Kapitalismus: Bei den engagierten Unions-Katholiken findet es nicht statt. Stattdessen der dumme Satz von Martin Lohmann in einem Interview: “Wer zu weit links fischt, der kann über Bord gehen und fällt irgendwann aus dem Boot.”

Wir brauchen engagierte Katholiken, die sich in die Politik einmischen. Die aus ihrem Glauben heraus gegen Ausbeutung und für gerechte Löhne streiten. Die sich dafür stark machen, dass Menschen auch im Alter in Würde leben können. Die über den nationalen Tellerrand hinausblicken und auf gerechte Entwicklungschancen für alle Menschen und alle Länder hinwirken. Einen AEK brauchen wir dafür nicht.

Tags: Ethik, Sozial-Enzyklika
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | 9 Kommentare »

Gegessen. Gelesen. Und jetzt?

Martin Kamp

rindfleisch

Nein, ich habe an den Weihnachtstagen nicht wie ein Asket gelebt. Es gab reichlich zu essen – und gut. Sylvester und Neujahr wird es – auch wenn der Speiseplan noch nicht steht – vermutlich nicht anders sein.  Kochen macht Spaß – und gutes Essen auch. Das habe ich mir bisher nicht von Fitnesspäpsten und Gesundheitsgurus vermiesen lassen (nicht einmal von Professor Lauterbach das Grillen!).

Und ich habe es immer für zu naiv gehalten, dass mein eigenes entwicklungspolitisches Engagement erst dadurch glaubwürdig werden soll, dass ich mein persönliches Essverhalten ändere. Charity-Galas à la Ute Ohoven haben mich zwar immer angewidert – Luxus-Events gegen den Hunger der Welt. Aber mit meiner “normalen Mischkost”, zu der auch Fisch, Fleisch und gelegentlich auch ein  Stück Rindfleisch gehört, wähnte ich mich doch immer in der ethisch unangreifbaren Ernährungsfraktion. Und das umso mehr, als das eine oder andere bei uns im Kühlschrank und in der Vorratskammer Bio- und Fairtrade-Siegel trägt. Genauso wenig war (und ist) es mein Ding, anderen wegen des Konsums etwa von Fleisch ins Gewissen zu reden. Mit anderen Worten: Wenn es in meiner Küche etwas Saures gibt, dann ist es Essig – und nicht Moralin.

Doch nun bin ich auf das Buch “Kein Brot für die Welt – Die Zukunft der Welternährung” gestoßen – und habe es geradezu verschlungen. Der Autor Wilfried Bommert  erläutert, wie der Klimawandel, Wassermangel und andere Umweltprobleme, die weiter steigende Weltbevölkerung und andere Umstände zu einer Welternährungskrise führen.

Besonders beeindruckend ist, wie er zum einen die Konkurrenz “zwischen Trog und Teller” und die Konkurrenz zwischen “Tank und Teller” beschreibt.

Trog und Teller – das ist der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Getreidemangel bzw. hohen Getreidepreisen. Um die Jahrtausendwende wurden 40.000.000.000 Hähnchen pro Jahr gemästet. Jedes Hähnchen

“hat zuvor rund drei Kilo Getreide gefressen, um auf sein Gewicht zu kommen. Jedes Kilo Schweinefleisch zusätzlich schlägt mit bis zu vier Kilo Getreide zu Buche und jedes Kilo Rindfleisch sogar mit bis zu neun Kilo Getreideverbrauch.”  (S. 157)

Vereinfacht ausgedrückt: Die Tiere, zumal die Kühe, essen das, was zum Backen von Broten besser verwendet würde.

Tank und Teller – da geht es um Folgendes:

“Wo Pflanzen für Biosprit angebaut werden, können keine Nahrungsmittel wachsen.” (S. 265)

Das sind nur zwei kurze Auszüge aus dem lesenwerten Buch. Es überzeugt dadurch, dass es nicht ideologisch daher kommt, sondern Fakten liefert – und das zuhauf. Es will in erster Linie Wissen vernitteln und nicht ans Gewissen appellieren – und gerade deshalb stellt sich der Leser nach der Lektüre die Frage, was er ganz persönlich ändern sollte.

Wilfried Bommert: “Kein Brot für die Welt- Die Zukunft der Welternährung”, Riemann-Verlag, München 2009.

Tags: Entwicklungshilfe, Ethik, Gesundheit
Abgelegt unter Leseecke, Politik & Gesellschaft | 2 Kommentare »

Lasst die Babyklappen auf!

Martin Kamp

klappe

Der Deutsche Ethikrat provoziert mit einer Stellungnahme zur “anonymen Kindesabgabe”: Die seit 1999 bestehenden Babyklappen sollten geschlossen werden. Rund 500 Kinder seien seit der Einführung von Babyklappen zu Findelkindern dauerhaft anonymer Herkunft geworden – zu Menschen also, die nie erfahren, wer Vater und Mutter sind. Frauen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ihr Neugeborenes aussetzen oder töten, würden ersten Erfahrungen zufolge vom Angebot der Babyklappen nicht erreicht. Die Zahl der neu geboreren Kinder, die jedes Jahr getötet bzw. tot oder lebendig ausgesetzt werden, hat sich dem Bericht zufolge seit Bestehen der Babyklappen kaum geändert. Der Ethikrat tritt für ein umfangreiches Hilfsangebot und die Möglichkeit der vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung ein.

Doch ist das richtig? Gewiss, Kinder sollten wissen können, wer ihre Eltern sind. Aber sie müssen erst einmal die Chance erhalten, sich über ihre Herkunft Gedanken zu machen, indem sie leben, überleben. Und diese Chance können Babyklappen erhöhen. Die Zahlen, die der Ethikrat nennt, belegen nicht, dass die Babyklappen nichts gebracht haben: Wer weiß schon, was passiert wäre, hätte die Möglichkeit zur anonymen Kindesabgabe gar nicht betstanden?

Und es heißt, dass diejenigen, die ihre Kinder töten oder aussetzen könnten, von den Babyklappen nicht erreicht werden.  Aber wenn das so ist – ist dann denn anzunehmen, dass diese Eltern auf  sehr viel kompliziertere  Angebote zurückgreifen?

Die Babyklappen sind nur ein allerletzter Ausweg. Vielleicht wird dieser letzte Ausweg aufgrund verbesserter anderer Angebote irgendwann gar nicht mehr beschritten. Aber verbaut werden sollte er nicht.

Tags: Ethik
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | 7 Kommentare »

Gutmenscheln mit Strichcode

Martin Kamp

barcode1

Kaufen mit gutem Gewissen – das ist schon seit langem nicht mehr nur etwas für Ökofreaks. Im Gegenteil: Immer mehr Verbraucher interessieren sich dafür, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt worden sind. Welche Auswirkungen hat die Herstellung auf die Erderwärmung? Wie werden die Arbeitnehmer in der Firma behandelt? Müssen unter Umständen Kinder dafür schuften?

Nun muss man sich nicht mehr nur auf Siegel verlassen, wenn man mit gutem Gewissen shoppen will.

Einen ganz neuen Service bietet GoodGuide mit einer iPhone-Applikation. Da kann man den Strichcode eines Produktes eintippen – und bekommt umgehend Informationen über Produkt und Produktionsbedingungen geliefert. Dabei vergleicht GoodGuide 200 Datenbanken, in denen Infos über die Produkte enthalten sind. Darauf weist der Harvard-Psychologe Daniel Goleman in einem Interview mit “Cicero” hin.

So weit, so gut. Vielleicht könnte man noch einen Schritt weiter gehen. Wenn ein Produkt an der Kasse gescannt wird, werden die Infos über Umwelt- und Arbeitsbedingungen direkt  mit auf den Kassenbon gedruckt. Dann könnten die Beschäftigten von einigen  Discountern gleich lesen, wie schlecht sie selbst behandelt werden.

Tags: Ethik, Kinderarbeit
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | Keine Kommentare »

Das Curry-Wurst-Theorem

Martin Kamp

currywurst

Vertrauen ist wichtig für die Wirtschaft. Wie schnell Blasen platzen und Kartenhäuser zusammenbrechen, wenn das Vertrauen fehlt, hat die Finanzkrise gezeigt. Karl Schiewerling, Bundestagsabgeordneter der CDA, hat den Zusammenhang im Gespräch mit der SO! jetzt an einem ganz plastischen Beispiel deutlich gemacht: “Wenn ich mir in der Pommes-Bude eine Curry-Wurst kaufe, muss ich mich darauf verlassen können, dass kein Rattengift daran ist. Und der Verkäufer muss darauf vertrauen, dass ich mir nicht die Wurst schnappe und davon renne. So ist das in vielen Bereichen der Wirtschaft. Das nenne ich das Curry-Wurst-Theorem.”

Tags: Ethik
Abgelegt unter Politik & Gesellschaft | 1 Kommentar »

« Ältere Einträge
  • Schlagwörter

    Allgemeiner Mindeslohn Arbeit Arbeitsrecht Aufstockung Bank Banken Beratung Bildung Boni Datenschutz Demographie Einzelhandel Energeiwende Energie Entwicklungshilfe Ethik Familie FDP Finanzmarkt Fußball Gesundheit Gewerkschaften Kinder Kinderarbeit Krise Kunde Mindestlohn Mitarbeiterbeteiligung Parteien Rente Rente mit 67 Sonntagsschutz Sozial-Enzyklika Soziale Marktwirtschaft Sozialpolitik Steuern Stiftung Warentest Testkäufer Transferrechte Wachstum Wirtschaft Wirtschaftspolitik Wohlstand Wohlstand; Arbeitsmarkt; Wirtschaft
  • Kategorien

    • Leseecke
    • Politik & Gesellschaft
    • SO! nicht!
  • Seiten

    • SO! – Printausgabe
    • Die SO! regelmäßig im Abo
    • Anzeigen
    • Archiv
    • Impressum
    • Datenschutz & Privatsphäre
  • Archive

    • Februar 2012
    • Januar 2012
    • Juni 2011
    • April 2011
    • Januar 2011
    • Oktober 2010
    • Juli 2010
    • April 2010
    • März 2010
    • Februar 2010
    • Januar 2010
    • Dezember 2009
    • November 2009
    • Oktober 2009
    • September 2009
    • August 2009
    • Juli 2009
    • Juni 2009
    • Mai 2009
    • April 2009
  • Links

    • CDA Deutschlands
    • CDA gegen Kinderarbeit
    • CDA-Verlags GmbH
    • CDU Deutschlands

Soziale Ordnung! Das Magazin der Christlich-Sozialen is proudly powered by WordPress
Einträge (RSS) und Kommentare (RSS).