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Soziale Ordnung! Das Magazin der Christlich-Sozialen

Hier diskutieren die Christlich-Sozialen

Mit ‘Familie’ getaggte Artikel

Kinderrechte ins Grundgesetz?

Martin Kamp

steuer-schenken

Kinderrechte ins Grundgesetz – dagegen werden eine Reihe von Gründen ins Feld geführt. Das Grundgesetz dürfe nicht überfrachtet werden. Reine Symbolpolitik sei das. Für Kinder gelte  ohnehin die verfassungsrechtlich verankerten Menschenwürde. Zudem stehe die Familie unter dem Schutz des Grundgesetzes. Kinder dürften nicht gegen die Familie, gegen Eltern ausgespielt werden.

Das kann ja alles richtig sein.  Aber richtig ist auch: Verfassungsästhetischen Aspekten genügt das Grundgesetz schon lange nicht mehr. Es ist mitnichten bloß eine feierliche Erklärung der Menschenrechte. Es besteht eben nicht nur aus so einfachen und eindeutigen Sätzen wie “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Sondern selbst in den Grundrechteteil, etwa in den Artikel 16a zum Asylrecht, hat man komplizierte, bürokratische Detailregelungen aufgenommen.  Und auch der Verweis auf die Menschenwürde vermag nicht zu überzeugen. Mit dem gleichen Argument könnte man diejenigen Artikel, die sich etwa gegen Diskriminierung wenden, für überflüssig halten. Ganz abgesehen davon, dass das Grundgesetz auch Tiere und zukünftige Generationen schützt.

Und niemand will Kinder gegen Eltern ausspielen. Der Artikel 6 des Grundgesetzes soll ja nicht zugunsten der Kinderrechte gestrichen werden. Aber die Missbrauchsfälle, die jetzt bekannt geworden sind, zeigen eben auch, wozu ein (glücklicherweise sehr kleiner) Teil von Menschen, die Kindern ganz nahe sind, in der Lage ist. Misshandlung und Missbrauch gibt es auch in der durch die Verfassung geschützten Familie. Vor diesem Hintergrund zu unterstreichen, dass Kinder eigene Rechte – auch das Recht auf Schutz – haben, ist richtig.

Schließlich: Symbolpolitik. Ja, die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz ist auch Symbolpolitik. Aber das ist kein Gegenargument. Politik hat nicht nur mit der Schaffung von Rechtsnormen und der Gewährung staatlicher Leistungen zu tun. Symbolpolitik ist auch Teil von Politik, und meist nicht einmal der unwichtigste. In der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz manifestiert sich die Auffassung des Souveräns, dass Kinder eben eigene Rechte haben. Das schafft Bewusstsein und wirkt auf die Zivilgesellschaft zurück. Deshalb; Ja, Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!

Tags: Familie, Kinder
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Gute Familien, gute Bildung

Martin Kamp

bildung

Nach Hannelore Kraft hat wieder einmal ein Sozialdemokrat zugeschlagen: Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky will das Kindergeld halbieren, das eingesparte Geld stattdessen in die Bildung investieren. Nun ist es gewiss richtig, über Zielgenauigkeit in der Sozial-, Bildungs- und Familienpolitik zu diskutieren. Es ist auch angebracht, genau zu überlegen, wie man das “Hartz-IV”-Urteil des Bundesverfassungsgerichts so umsetzt, dass die Kinder davon profitieren. Und es gibt gute Gründe dafür, in Ruhe zu überlegen, in welcher Weise das Betreuungsgeld ab 2013 gewährt wird. Auf Gutscheine, auf Sach- und Dienstleistungen zu setzen – das kann Sinn machen. Doch bei alledem darf man nicht ins andere Extrem verfallen und den Eindruck erwecken, als könnten Eltern generell nicht mit Geld umgehen. Geldleistungen an Familien und gute Bildung müssen keine Gegensätze sein. Vom Schreibtisch über Schulhefte und -bücher bis zum PC - all das, was Kinder neben guten Kitas und Schulen für die Bildung brauchen, kostet Geld. Und die allermeisten Eltern gucken, wie sie jeden Tag über die Runden kommen und ihren Kindern dabei eine gute Bildung ermöglichen können. Wer den Eindruck erweckt, das Geld in den Händen der Eltern werde automatisch für Flachbildfernseher, Zigaretten und Schnaps verwendet, tut den allermeisten Familien zu kurz. Und gute Bildung gegen die Familien durchzusetzen – das ist sowieso zum Scheitern verurteilt. Dass Buschkowsky seine Überlegungen ausgerechnet bei einer Veranstaltung der FDP kundgetan hat, mag man für eine nette Pointe halten.  Doch Westerwelle, Kraft, Buschkowsky – diese sozialliberale Troika schürt Ressentiments gegen Hilfeempfänger, schreibt Langzeitarbeitslose ab und schürt das Misstrauen gegenüber Familien. All das ist weder sozial noch liberal, sondern nur noch schäbig.

Tags: Familie, Sozialpolitik
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Geschenkt!

Martin Kamp

steuer-schenken

Erfreuliche Post erreichte uns heute von der Bezirksverwaltung in Berlin: Auch für unseren jüngeren Sohn sind – außer dem Verpflegungskostenanteil – ab Januar keine Kita-Gebühren mehr fällig. Für den älteren zahlen wir schon seit längerem nicht mehr. Denn das letzte Kita-Jahr ist schon seit einigen Jahren beitragsfrei. Ab 2010 muss man nun auch für das vorletzte Jahr keinen Eigenanteil mehr erbringen. Da der Jüngere im Sommer 2011 schulpflichtig wird, entfällt ab sofort der Beitrag.

Erfreulich?  Auf den ersten Blick ja: Satte 200 Euro im Monat sparen wir ab sofort ein. Und auch die CDA hat einige Papiere beschlossen, in denen die Beitragsfreiheit für Kitas gefordert wird. Aber wem hilft das? Da die Beiträge einkommensabhängig sind, zahlen Niedrigverdiener oder Arbeitslose schon jetzt kaum etwas oder gar nichts. Sie profitieren von der Neuregelung nicht. Wir indes sind durchaus in der Lage,  200 Euro zu zahlen, haben sie jetzt aber mehr zur freien Verfügung. Das ist schön für uns. Ob das aber so sinnvoll ist? Angesichts der Arbeitsbelastung vieler Erzieherinnen, ihrer nicht gerade üppigen Entlohnung und der leeren öffentlichen Kassen stellt sich die Frage, ob der Staat so gut beraten ist, auf diesen Eigenanteil einfach so zu verzichten. Klar: Kita-Beiträge sollen bildungsferne Schichten nicht abschrecken, das Angebot zu nutzen. Aber wenn die Beitragsfreiheit bloß den Bildungsbürgern ein höheres verfügbares Einkommen beschert, wird díeser richtige Grundgedanke ad absurdum geführt.

Tags: Familie
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Gutscheine oder gut genutzte Scheine?

Martin Kamp

euroscheine

Angela Merkel hat Farbe bekannt: Auf einem CDU-Landesparteitag in Grimmen hat sie sich dagegen ausgesprochen, das geplante Betreuungsgeld in Form von Gutscheinen auszuzahlen. Traue man den Eltern nicht zu, mit dem Geld etwas Vernünftiges anzufangen, sei das mit ihrem Menschenbild nicht mehr vereinbar, ist zu lesen.

Und Recht hat sie.

Worum geht es? Ab 2013 soll es einen Rechtanspruch auf einen Betreuungsplatz für die unter 3-jährigen Kinder geben. Dafür nimmt der Bund viel Geld in die Hand. Wer seine Kinder nicht betreuen lässt, soll Anspruch auf ein Betreuungsgeld haben. Von 150 Euro monatlich ist die Rede. Derzeit wird auch überlegt, das Geld nicht in bar auszuzahlen, sondern Gutscheine auszugeben – etwa für Bildungsangebote. Dahinter steckt die Befürchtung, das Betreuungsgeld setze gerade bei “bildungsfernen” Schichten Anreize, zum einen möglichst viele Kinder zu bekommen und diese zum anderen nicht in Kitas betreuen zu lassen.

Da mag ja was dran sein. Und doch muss man differenzieren. Zum Glück hat sich die Gesellschaft und mit ihr die CDU bei Themen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiterentwickelt! Berufstätige Mütter gelten nicht mehr als Rabenmütter. Außerhäusige Kinderbetreuung wird als Chance für frühkindliche Bildung, nicht als staatliches Verwahren oder gar  Bevormunden begriffen. Ein Segen!

So richtig das ist, so richtig ist auch, dass die allermeisten, die ihre Kinder zu Hause betreuen, das mit viel Liebe und Engagement tun – und auch mit dem Anspruch, ihren Kindern möglichst viel an Bildung mitzugeben. Die legendären Flachbildfernseher, die von den den Kindern zustehenden Transferleistungen gekauft wurden, mögen ja in manchen Wohnzimmern stehen. Dafür stehen in noch mehr  Kinderzimmern aber auch Kinderbücher, die die Eltern wie selbstverständlich von ihrem Geld zahlen.

Völlig zu Recht investiert der Staat in die Infrastruktur für Betreuung. Aber ein wenig Vertrauen in die Eltern, mit 150 Euro im Monat etwas Sinnvolles anzustellen, sollte man schon haben. Einmal abgesehen davon, dass die Gutschein-Ausgabe und -Einlösung ein riesiger bürokratischer Akt wäre: Die Eltern wissen doch meist ganz gut, was die Kinder brauchen. Die einen kaufen Bücher, die anderen investieren in musikalische Früherziehung, wieder andere in Sport; oder sie nutzen das Geld für eine gesündere Ernährung. Gut genutzt sind die zuätzlichen Scheine vom Staat allemal.

Wir haben in der Union unter der Überschrift “Familiengeld” mal darüber diskutiert, den Eltern möglichst alles, was der Staat für Kinder und Familien ausgibt, direkt – als “Subjektförderung” – auszuzahlen. Damit könne man sich, so war die Überlegung, dann auch Betreuung kaufen. Das war falsch. Der Staat muss in die Betreuungsinfrastuktur investieren. Aber das andere Extrem, nämlich nur noch in Einrichtungen zu investieren und den Menschen nichts mehr in die Hand zu geben, ist auch falsch.

Tags: Familie
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Die Elche können ruhig leben

Martin Kamp

elch

77 Prozent der Bevölkerung finden das unter der Federführung von Familienministerin Ursula von der Leyen eingeführte Elterngeld gut. Zu Recht! Und die Partnermonate werden immer beliebter: Im erster Quartal 2009 nahmen bereits 18,4 Prozent der frisch gebackenen Väter ihre Monate in Anspruch. Vorbei die Zeiten, in denen die Partnermonate als “Elchmonate” verspottet wurden. Die Elche können also ruhig leben. Junge Väter bleiben gern bei ihren Kindern, gehen in den Partnermonaten nicht auf Elchjagd. Macht ja auch mehr Spaß.

Mehr zu der Studie, die die Ministerin heute vorgestellt hat, hier

Tags: Familie
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