
Auf Anhieb hat das neue Buch von Miriam Meckel die Bestseller-Listen erobert. Das mag an der Prominenz der Autorin oder an einer geschickten Vermarktung liegen. Doch gewiss hat es auch mit dem Thema zu tun. In “Brief an mein Leben” schreibt Meckel über ihre “Erfahrungen mit einem Burnout”. Dass es sich bei ihrem Burnout nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt auch ein Blick in die Statistik. Rund 11 Prozent der Fehltage der DAK-Versicherten waren 2009 auf psychische Erkrankungen zurückzuführen – Tendenz steigend, wie aus dem ”DAK-Gesundheitsreport 2010″ hervorgeht.
Der Report geht insbesondere auf Schlafstörungen ein. Die haben nicht nur teilweise verheerende Auswirkungen auf das Arbeitsleben; so ist Übermüdung eine häufige Ursache für Unfälle am Arbeitsplatz. Sondern auch die Ursachen von Schlafstörungen haben oft genug mit dem Job zu tun. Bei über 70 Prozent der Schlafgestörten seien Stress und Belastungen Hauptursachen für die gestörte Nachtruhe. Und wörtlich heißt es im DAK-Gesundheitsreport:
Nach der Einschätzung der von der DAK befragten Experten haben Ein- und Durchschlafstörungen in den letzten Jahren zugenommen; eine Entwicklung, die nicht losgelöst von arbeitsbedingten Faktoren wie z.B. Leistungsdruck, Konkurrenz, Mobbing etc. gesehen wird.
Immerhin: In vielen Betrieben wächst das Bewusstsein für die Bedeutung “gesunden Arbeitens”. Und bei dem, was in Deutschland insgesamt für Gesundheit ausgegeben wird, wachsen die Leistungen für Prävention und Gesundheitsschutz. Angesichts von Gesundheitsausgaben von 263 Milliarden Euro (10,5 Prozent des BIP) im Jahr 2008 besteht bei den Präventionsausgaben von 10,7 Milliarden Euro (und angesichts des immensen Einsparpotenzial bei durch Prävention verhinderten Erkrankungen) gewiss noch Spielraum nach oben. Doch immerhin sind die Leistungen für Prävention und Gesundheitsschutz allein zwischen 2007 und 2008 um 5,5 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Und auch die Arbeitgeber sind kreativ, wie im DAG-Magain “Praxis und Recht” nachzulesen ist – etwa wenn es darum geht, Schlafmangel entgegenzuwirken.
Einige Arbeitgeber helfen ihren Miitarbeitern sogar, am Arbeitsplatz kurze Schlafpausen einzulegen, das so genannte Powernapping… Die Leistungsfähigkeit steigt nach einem Mittagsschlaf um 30 Prozent an. Solche kreativen Mittagspausen können Mitarbeiter der Schweizer Google-Niederlassung sogar individuell nutzen: auf Sofas, in Hängematten oder in mit Schaumstoffbällen gefüllten Badewannen.
Schlafen am Arbeisplatz – spinnerte Idee oder sinnvoller Gesundheitsschutz? Schreiben Sie Ihre Meinung – oder schildern Sie, wie bei Ihnen im Betrieb Gesundheit gefördert wird.






