
Der Ball ist ja wohl voll ins eigene Netz gegangen: Da wirbt der “Vorwärts” mit vermeintlich prominenten Unterstützern für Frank Walter Steinmeier, darunter die Chefs des DGB, der IG Metall und der IG BCE. Und dann stellt sich raus: Die Gewerkschaftsvorsitzenden sind zu Unrecht, ohne zu fragen, vereinnahmt worden. Das ist nicht nur ein Büro-Versehen in der Vorwärts-Redaktion. Es offenbart die Dreistigkeit in den Köpfen vieler Sozialdemokraten, die die Gewerkschaften als bloße Vorfeldorganisationen der Partei ansehen.
Es spricht für Michael Sommer und Kollegen, dass sie dieses Spiel nicht mitmachen und sich distanzieren. Gewerkschaften, die ihren Job richtig verstehen, müssen zwar in der Sache Druck machen - im Interesse ihrer Mitglieder. Aber sie dürfen sich parteipolitisch nicht vor einen Karren spannen lassen.