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Soziale Ordnung! Interaktives Magazin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Die christlich-soziale Online-Illustrierte

Mit ‘Kinderarbeit’ getaggte Artikel

Druck lohnt sich

Martin Kamp

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Das ist ein gutes Urteil: Lidl darf nicht für faire Kleidung werben. Der Discounter hatte suggeriert, man beziehe die Textilien nur von solchen Lieferanten und Produzenten, die gewisse Sozialstandards einhalten. Tatsächlich klagten Näherinnen in Bangaldesh über unmenschliche Arbeitsbedingungen.  Es ist gut, dass Druck gemacht wird. In diesem Fall hatten die Verbraucherzentrale Hamburg und die Kampagne für Saubere Kleidung gegen Lidls Werbung geklagt. Aber so erfreulich das ist - es reicht nicht aus. Es kommt darauf an, dass politisch gehandelt wird: durch verpflichtende Sozialstandards, Informationspflichten über Produktionsbedingungen und die Forcierung von Sozial- und Umweltsiegeln.

Tags: Arbeit, Kinderarbeit
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Kinderarbeit - halb so schlimm?

Martin Kamp

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Vier Tage Indien, vier Tage Kinderarbeit. Kinder in Steinbrüchen. Kinder, die Steine klopfen, Kinder, die Teppiche knüpfen. Straßenkinder. Kinder, die ihren Eltern beim Straßenverkauf helfen. Es gibt ein großes Engagement in Indien gegen Kinderarbeit. Die Gesetzeslage ist klar. Und dennoch begegnet einem dort auch immer wieder das Argument, man könne Indien nicht mit Westeuropa vergleichen. Auch bei meinen Veranstaltungen in Deutschland höre ich das immer wieder: Bei uns sei es doch auch lange so gewesen, dass Kinder mitarbeiten. Das sei eine Frage der Entwicklung. Also abfinden mit der Kinderarbeit?

Ich finde: Nein! Natürlich verbietet es sich, besserwisserisch oder gar arrogant gegenüber Ländern wie Indien aufzutreten. Abgesehen davon, dass es auch Menschen gibt, die vorsätzlich Kinder zum eigenen Vorteil ausbeuten, ist Kinderarbeit aus der Not geboren, aus Armut und fehlenden Schulen.  Aber das ändert nichts daran, dass die Betroffenen ein schreckliches Schicksal haben. Dass sie leiden, früh krank werden, früh sterben. Wenn man das mit der Menschenwürde ernst meint, kann man das nicht richtig finden. Der Hinweis auf die kulturellen Unterschiede kann Kinderarbeit und Ausbeutung nicht  rechtfertigen - und der Hinweis auf die Unterschiede in  der ökonomischen Entwicklung erst recht nicht. Alles Palavern wird  nur allzuschnell eine billige und bequeme Entschuldigung dafür, nichts zu tun, um die Ursachen der Kinderarbeit zu beseitigen.

Tags: Ethik, Kinderarbeit
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Keine Schokoladenseite

Martin Kamp

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Kinder essen Schokolade. Und Kinder schuften für Schokolade - auf Kakaoplantagen, vor allem in Westafrika. Wie ist die Situation auf den Kakaoplantagen, wie sind die Arbeits- und Lebensbedingungen der Farmer? Und vor allem: Was können Wirtschaft, Politik und Verbraucher in Deutschland zur Verbesserung der Lebensbedingungen tun? - Das ist das Thema der Studie “Die dunklen Seite der Schokolade” von Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut. Die Studie gibt es auch als Kurzfassung. Hütz-Adams hat das Papier für die ökumenische Initiative “Schokoladenaktion Aachen” erstellt.

Klasse Aktion, erstklassiges Papier.

Der Autor tritt durchaus für einen differenzierten Ansatz ein. Bloß die Kinderarbeit in den Focus zu nehmen reiche nicht aus. Die Kakaobauern bräuchten dauerhaft stabile Preise.

Gefordert sind alle Marktbeteiligten. Der Ausbau ländlicher Straßen und die damit verbundene Verbilligung der Transporte sowie der Ausbau von Lagerhäusern könnte den Anteil am Exportpreis, der derzeit beim Handel verbleibt, verringern und so die Einkommen der Bauern erhöhen (Gockowski 2008: 8). Hier sind die Regierungen der Anbauländer in der Pflicht. Armut ist die Hauptursache der Kinderarbeit. Die Zunahme der Kinderarbeit bei sinkenden Preisen ist ein eindeutiger Beleg für die Bedeutung der Schwankungen der Weltmarktpreise. Zugleich zeigt sich hier, dass ein punktueller Ansatz „gegen“ Kinderarbeit nicht zur dauerhaften Reduzierung der Kinderarbeit beitragen kann. Stabile Einkommen, die ein Auskommen der Familien sichern, liegen in der Verantwortung der gesamten Handelskette – und hängen letztlich stark vom Preis des Kakaos ab (ILRF 2008: 14).

 

Und der bloße Appell - so richtig er auch ist - fair gehandelte Schokolade zu essen, reicht nicht aus. Auch der Gesetzgeber ist gefragt: Unternehmen sollten verpflichtet werden, in ihrer Lieferkette dieEinhaltung internationaler Standards durchzusetzen - etwa die Kernarbeitsnormen der Vereinten Nationen. Zudem plädiert der Autor für eine Erweiterung desVerbraucherinfotmationsgesetzes.

Tags: Kinderarbeit
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Gutmenscheln mit Strichcode

Martin Kamp

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Kaufen mit gutem Gewissen - das ist schon seit langem nicht mehr nur etwas für Ökofreaks. Im Gegenteil: Immer mehr Verbraucher interessieren sich dafür, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt worden sind. Welche Auswirkungen hat die Herstellung auf die Erderwärmung? Wie werden die Arbeitnehmer in der Firma behandelt? Müssen unter Umständen Kinder dafür schuften?

Nun muss man sich nicht mehr nur auf Siegel verlassen, wenn man mit gutem Gewissen shoppen will.

Einen ganz neuen Service bietet GoodGuide mit einer iPhone-Applikation. Da kann man den Strichcode eines Produktes eintippen - und bekommt umgehend Informationen über Produkt und Produktionsbedingungen geliefert. Dabei vergleicht GoodGuide 200 Datenbanken, in denen Infos über die Produkte enthalten sind. Darauf weist der Harvard-Psychologe Daniel Goleman in einem Interview mit “Cicero” hin.

So weit, so gut. Vielleicht könnte man noch einen Schritt weiter gehen. Wenn ein Produkt an der Kasse gescannt wird, werden die Infos über Umwelt- und Arbeitsbedingungen direkt  mit auf den Kassenbon gedruckt. Dann könnten die Beschäftigten von einigen  Discountern gleich lesen, wie schlecht sie selbst behandelt werden.

Tags: Ethik, Kinderarbeit
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Hingucken!

Martin Kamp

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Urlaubszeit. Man muss sich die Laune  ja nicht vermiesen lassen. Aber die Reisesaison bietet schon Anlass, darüber nachzudenken, was die Ferienzeit für einige Menschen auch heißt. Viele Kinder weltweit übernehmen in den Schulferien Jobs, die mit dem Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit nicht vereinbar sind.

Und schlimmer noch: Millionen von Kindern weltweit sind zur Prostitution gezwungen, werden sexuell ausgebeutet. Die Kunden stammen meist aus den westlichen Industrienationen, womöglich auch aus Deiner und meiner Nachbarschaft. Der Papst findet in seiner neuen Enzyklika “Caritas in Veritate” deutliche Worte und beklagt den Sextourismus, “dem viele Menschen, selbst in jugendlichem Alter, zum Opfer fallen”. Es sei schmerzlich festzustellen, dass dies sich oft mit Zustimmung der örtlichen Regierungen, mit dem Schweigen der Regierungen der Herkunftsländer der Touristen und in Komplizenschaft vieler, die in der Branche tätig seien, abspiele. (CiV, Ziffer 61)

Die Täter, die Freier - sie gehören bestraft! Deshalb ist es wichtig, nicht die Augen zu verschließen und zu schweigen, sondern hinzuschauen und die Täter anzuzeigen!

Tags: Kinderarbeit, Sozial-Enzyklika
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“Kein Geld mehr für Afrika!”

Martin Kamp

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Das ist nicht die Haltung der CDA, sondern die einer inzwischen prominenten Afrikanerin: Dambisa Moyo, aufgewachsen in Sambia, promovierte Ökonomin und Investmentbankerin, provoziert mit dem Buch “Dead Aid”. Sie vertritt die Auffassung, die Entwicklungshilfe habe versagt und solle - außer die Notfallhilfe - komplett gestrichen werden. “In den vergangenen 50 Jahren sind über zwei Billionen Dollar an Hilfen von den reichen an die armen Länder geflossen. Aber dieses Modell hat nirgendwo auf der Welt wirtschaftlichen Aufschwung gebracht”, sagte sie kürzlich  der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (FAS). Aufgrund der Hilfe fehlten die Anreize, innovativ zu sein.

Bob Geldof hält dagegen. Er nennt Erfolge. Seit dem Jahr 2000 sei die afrikanische Wirtschaft im Schnitt um jährlich über 5 Prozent gewachsen.  Und weiter: “Heute gehen 34 Millionen Kinder mehr zur Schule als noch vor neun Jahren, drei Millionen bekommen Medikamente gegen Aids. Länder wie Ruanda haben die Zahl der Malaria-Erkrankungen halbiert. Ist das nichts?” So der Pop-Star ebenfalls in der “FAS”.

Recht hat er. Über Art, Umfang und Verbesserung der Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit muss man reden. Aber über das Ob der Hilfe sollte man - gerade angesichts der Krise - nicht streiten. Deshalb ist es auch gut, dass die Union sich in ihrem Regierungsprogramm zu den “internationalen Verpflichtungen, die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern”, bekennt. Das ist meine Auffassung. Oder haltet Ihr das für verbranntes Geld?

Tags: Entwicklungshilfe, Kinderarbeit, Krise
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