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Soziale Ordnung! Interaktives Magazin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Die christlich-soziale Online-Illustrierte

Mit ‘Krise’ getaggte Artikel

Friede dem Haushalt, Krieg den Knästen

Martin Kamp

knast

Eine Schuldenbremse hat man zu Recht ins Grundgesetz geschrieben. Aber kriegt man die finanzpolitische Vollbremsung tatsächlich hin?

Kalifornien macht vor, wie man die öffentlichen Finanzprobleme in den Griff bekommen kann. Über 1 Milliarde Dollar wollen Arnold Schwarzenegger und Co. bei Gefängnissen einsparen. Es heißt, 20.000 Häftlinge könnten nun früher frei kommen. Tolle Aussichten auf einen Sommer an der Westküste der USA! Ist das also die Lösung aller Probleme? Bei geschätzten 2 Millionen Häftlingen in den Vereinigten Staaten ergäbe sich also ein Einsparpotenzial von 100 Milliarden Dollar. Zugegeben, für sämtliche Rettungsschirme für die Finanzwelt reicht auch das nicht. Aber das eine oder andere Konjunkturpaket lässt sich damit schon finanzieren.

Pech nur für Deutschland. Mickrige 91 Knastis kommen bei uns auf 100.000 Einwohner, macht bundesweit nur um die 75.000 Gefängnisinsassen. Legt man kalifornische Maßstäbe zugrunde, ergäbe das eine Einsparung von noch nicht einmal 4 Milliarden Dollar.

Und natürlich würde sich überall das Problem steigender Kriminalitätsraten mit entsprechenden gesellschaftlichen Folgekosten stellen, ließe man alle Häftlinge auf freien Fuß. Aber verzichtete man auf die Verfolgung der Straftaten, hätte man ja schon wieder Geld gespart…

Tags: Krise
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Luxus-Revoluzzer

Martin Kamp

faust

Vielleicht wussten DGB-Chef Michael Sommer und die Präsidentschaftskandidatin der SPD Gesine Schwan schon mehr als wir alle, als sie vor einigen Monaten angesichts der Krise vor sozialen Unruhen warnten. Nun ist es so weit: Es werden Werksbesetzungen angekündigt, mit unbefristeten Streiks und der Lahmlegung der Produktion gedroht. Ein Aufschrei der Entrechteten? Ein Aufruhr, der vom “abgehängten Prekariat” ausgeht, von mies bezahlten Leiharbeitern, von Arbeitslosen und “Hartz-IV”-Empfängern?

Mitnichten. Es handelt sich um die Ankündigung des Betriebsratsvorsitzenden von Porsche, Hück,  - eines Unternehmens, das in den vergangenen Jahren “galaktische Gewinne” eingefahren hat, wie Hück sagt. Es geht also nicht darum, der Verelendung der Massen entgegenzuwirken, es geht nicht um “Umdenken und Gegenlenken”, wie es die Gewerkschaften angesichts der Krise fordern. Sondern es geht um einen Schachzug im Rahmen eines Machtkampfes, und es geht um die Soldidarität der Arbeitnehmervertreter mit einem Manager, der 77 Millionen Euro Jahresgezahlt beziehen soll und dem nun noch 100 Millionen Abfindung winken. Irre!

Tags: Krise
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“Kein Geld mehr für Afrika!”

Martin Kamp

afrika12

Das ist nicht die Haltung der CDA, sondern die einer inzwischen prominenten Afrikanerin: Dambisa Moyo, aufgewachsen in Sambia, promovierte Ökonomin und Investmentbankerin, provoziert mit dem Buch “Dead Aid”. Sie vertritt die Auffassung, die Entwicklungshilfe habe versagt und solle - außer die Notfallhilfe - komplett gestrichen werden. “In den vergangenen 50 Jahren sind über zwei Billionen Dollar an Hilfen von den reichen an die armen Länder geflossen. Aber dieses Modell hat nirgendwo auf der Welt wirtschaftlichen Aufschwung gebracht”, sagte sie kürzlich  der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (FAS). Aufgrund der Hilfe fehlten die Anreize, innovativ zu sein.

Bob Geldof hält dagegen. Er nennt Erfolge. Seit dem Jahr 2000 sei die afrikanische Wirtschaft im Schnitt um jährlich über 5 Prozent gewachsen.  Und weiter: “Heute gehen 34 Millionen Kinder mehr zur Schule als noch vor neun Jahren, drei Millionen bekommen Medikamente gegen Aids. Länder wie Ruanda haben die Zahl der Malaria-Erkrankungen halbiert. Ist das nichts?” So der Pop-Star ebenfalls in der “FAS”.

Recht hat er. Über Art, Umfang und Verbesserung der Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit muss man reden. Aber über das Ob der Hilfe sollte man - gerade angesichts der Krise - nicht streiten. Deshalb ist es auch gut, dass die Union sich in ihrem Regierungsprogramm zu den “internationalen Verpflichtungen, die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern”, bekennt. Das ist meine Auffassung. Oder haltet Ihr das für verbranntes Geld?

Tags: Entwicklungshilfe, Kinderarbeit, Krise
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Mauerriss und Gottvertrauen

Martin Kamp

mauer

“Wie ein Riss in einer hohen Mauer”, so ist das “Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zur globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise” überschrieben. Die EKD nimmt damit Bezug auf einen biblischen Text  des Propheten Jesaja. Dort geht es um einen Riss, der sich in eine hohe Mauer frisst, bis diese am Ende zusammenbricht.

Vieles in dem Papier hat man schon an anderer Stelle gehört, etwa die Forderung, dass die Finanzmärkte einer stärkeren Regulierung bedürfen oder dass Konjunkturpakete nachhaltig ausgestaltet werden sollen. Der Text ist aber deshalb so wertvoll, weil er zum einen die Schwächsten in den Mittelpunkt rückt: “Für die wachsende Zahl von Armen ist es besonders hart” schreibt der Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber schon im Vorwort. Und zum anderen zeigt die EKD über allen konkreten politischen Handlungsbedarf hinaus auf, wie wichtig Vertrauen für Wirtschaft und Gesellschaft ist. “Es geht nicht weniger um ein tragfähiges ethisches Fundament. Hier ist die gesamte Gesellschaft gefordert.” Und vom Vertrauen schlägt der Text die Brücke zum Gottvertrauen: Wer sein Vertrauen auf Gott setze, habe gute Aussichten, in Krisen standzuhalten. Und dann zitiert die EKD Dietrich Bonhoeffer: “Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen… In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden werden.”

Den kompletten Text gibt es hier

Tags: Ethik, Krise
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