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Soziale Ordnung! Das Magazin der Christlich-Sozialen

Hier diskutieren die Christlich-Sozialen

Mit ‘Rente’ getaggte Artikel

“Rente mit 67″: Flexible Lösungen müssen her

 

Peter Weiß

von Peter Weiß MdB, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion 

Die Forderungen nach einer Aussetzung der Einführung der „Rente mit 67“ sind populistisch – und weisen in die falsche Richtung. Überall in Europa wird die deutsche Rentenpolitik zum Vorbild genommen. Schließlich wissen auch die anderen Staaten mittlerweile, dass Überschuldung und eine „Rente auf Pump“ die soziale Sicherung auf längere Sicht zerstören. Außerdem betrügen sie die junge Generation um ihre Perspektiven.

 Die Bundesregierung hat ihre Hausaufgaben gemacht! Die OECD stellt in ihrem Bericht vom März 2011 fest, dass Deutschland zu den Ländern gehört, die den stärksten Anstieg der Erwerbstätigkeit der 50- bis 64-Jährigen seit 2000 verzeichnen. Außerdem hätten der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenanpassungsformel und die Einführung der „Rente mit 67“ das Rentensystem fit gemacht. Die soziale Teilhabe Älterer in Deutschland habe sich im letzten Jahrzehnt – von zuvor schon hohem Niveau – weiter verbessert. Angst vor dem demographischen Wandel müssen wir also nicht haben.

Verantwortbar ist die Anhebung der Regelaltersgrenze nur, wenn die schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit mit Maßnahmen für altersgerechte Arbeitsbedingungen einhergeht. Wir wollen, dass die Beschäftigten länger in ihrem Job bleiben können. Den einzelnen Arbeitnehmer interessieren nicht statistische Durchschnittswerte zum Renteneinstieg. Sie oder ihn interessiert, ob er auch tatsächlich länger arbeiten kann – und zwar gesund! Für mich gilt hier die Regel: Arbeit und Arbeitsplatz müssen sich an die Bedürfnisse der Menschen anpassen – nicht umgekehrt. „Humanisierung der Arbeitswelt“, „Arbeitsschutz“ und „Gesundheitliche Prävention am Arbeitsplatz“: Das dürfen nicht nur Schlagworte sein.

Schließlich möchte ich daran erinnern, dass „Rente mit 67“ ja nicht zwangsläufig heißt, dass man bis zum 67. Lebensjahr voll durcharbeitet. Jeder sollte gegen Ende des Berufslebens die Möglichkeit haben, seine Beschäftigung schrittweise zu reduzieren. Das Zauberwort lautet: flexible Lösungen.

Tags: Arbeit, Rente, Rente mit 67
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Extra-Rente für Extra-Würste?

Martin Kamp

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Renten-Bonus für Raucher? Belohnung fürs Schokoladen-Essen? Extra-Rente für Extra-Würste? – Was sich nach Vorschlägen aus Absurdistan anhört, ist in der privaten Rentenversicherung Realität. Spiegel-Online berichtet jetzt über Versicherungspolicen, die Versicherten mit einer geringeren Lebenserwartung eine höhere Rente zahlen. Und weil Raucher und Übergewichtige statistisch gesehen früher sterben, profitieren vor allem sie davon.

Versicherungstheoretisch macht das Sinn: Wer früher stirbt, bekommt auch weniger oft seine Monatsrente. Der Ökonom Friedrich Breyer sieht in den gleich hohen Monatsrenten in der gesetzlichen Rentenversicherung sogar eine große Ungerechtigkeit. Weil Geringverdiener eine geringere Lebenserwartung hätten, bekämen sie insgesamt auch zu wenig aus der Rentenversicherung heraus.

Doch dabei wird eines übersehen: Die gesetzliche Rentenversicherung ist keine Riskoversicherung. Folgte man Breyers Logik, müssten Frauen Rentenabschläge hinnehmen, weil sie länger leben. Aber gerade das wollen wir doch nicht. Geringverdienern muss man anders helfen: durch die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Dadurch, dass langjährige Beitragszahler eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhalten.

Und durch Gesundheitsförderung – damit die Lebenserwartung steigt. Oder wollen wir tatsächlich Anreize dafür setzen, Raucherlungen und Fettleibigkeit vorsätzlich herbeizuführen?

Tags: Gesundheit, Rente
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Die demografische Ernüchterung

Martin Kamp

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Erfreulich: Die Lebenserwartung steigt, es gibt immer mehr Alte. Im Vergleich dazu kommen aber nur wenige junge Leute nach. Wo führt das zu den größten Problemen? In der Rentenversicherung? Im Gesundheitsbereich? In den Unternehmen, wo qualifizierte Nachwuchskräfte fehlen und es zu wenige altersgerechte Arbeitsplätze gibt? – Weit gefehlt. Am meisten macht es der Brau-Branche zu schaffen. Der Bier-Konsum ist rückläufig. Und den Grund dafür hat der Deutsche Brauer-Bund jetzt benannt: „Wir haben eine alternde Gesellschaft. Die älteren Menschen trinken weniger, und die jüngeren können das nicht ausgleichen.”

Wer hätte das bei der Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung geahnt? Damals, Ende des 19. Jahrhunderts, wurde heftig darüber gestritten, ob nur arbeitsunfähige, invalide Menschen eine Rente bekommen sollten – oder jeder ab einem bestimmten Alter. Ein Argument, das seinerzeit gegen eine allgemeine Altersrente angeführt wurde, war der drohende Alkoholkonsum der Rentner. Ein solches „Staatspensionistentum”, so hieß es, führe zu einer „Schnapsbrüderschaft der Greise”.

Tags: Rente
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Nicht nur Almosen

Martin Kamp

Existenzsicherung im Alter? Manche meinen, dafür reicht die Grundsicherung oder Sozialhilfe. Doch schon Bismarck sah das im 19. Jahrhundert bei der Einführung der Sozialversicherung anders. Im Reichstag sagte er am 2. April 1881:

Nach dem Landrechte wenigstens soll niemand verhungern, ob es nicht dennoch geschieht, weiß ich nicht. Das genügt aber nicht, um den Mann mit Zufriedenheit auf sein Alter und seine Zukunft blicken zu lassen, und es liegt in diesem Gesetze auch die Tendenz, das Gefühl menschlicher Würde, welches auch der ärmste Deutsche meinem Willen nach behalten soll, wach zu erhalten, dass er nicht rechtlos als reiner Almosenempfänger dasteht…

Tags: Rente
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Ein Hoch auf die gesetzliche Rente!

Martin Kamp

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150 Jahre Haft für Bernard Madoff. 150 Jahre für 65 Milliarden Dollar, die er in den Sand gesetzt, um die er seine Anleger betrogen hat. Doch mehr als diese ohnehin nicht fassbare Summe machen die Einzelschicksale der Opfer klar, was da abgegangen ist: Menschen müssen ihre Häuser verkaufen, sind auf nun Essensmarken angewiesen. Tausende haben ihre Altersvorsorge verloren, weil einer gezockt hat. “Ich kann nicht in den Ruhestand gehen. Ich muss jetzt so lange arbeiten, wie Bernard Madoff im Gefängnis sitzt”, sagt eines der Opfer sarkastisch.

Es wäre unredlich, nun die private  Altersvorsorge komplett in Bausch und Bogen zu verdammen. Ergänzende kapitalgedeckte Vorsorge macht Sinn. Aber klar ist doch: Die Angriffe auf unsere umlagefinanzierte gesetzliche Rente erweisen sich vor dem Hintergrund des Madoff-Skandals einmal mehr als absurd. Mag die “Deutsche Rentenversicherung”  auch etwas bieder erscheinen – sie ist seriös und solide. Da werden keine Kartenhäuser errichtet, die durch einen Kriminellen zerstört oder durch eine leichte Windböe auf den Finanzmärkten eingestürzt werden können. Sondern die Umlagefinanzierung beruht auf einem einfachen Grundsatz: Sozialleistungen müssen auf dem laufenden Sozialprodukt finanziert werden. Und Wohlstand muss erarbeitet werden.

Tags: Rente
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Scholz ist nicht Blüm

Martin Kamp

Jens Spahn sagt mit Blick auf die mögliche Aussetzung der Senkung der Rentenbeiträge „dass (Olaf) Scholz allmählich zum Norbert Blüm wird und seine Versprechungen nicht halten kann“. Muss das sein? Man mag über die Rentenpolitik unterschiedlicher Auffassung sein – aber warum der Vergleich mit Norbert Blüm?  Offenbar geht es nur um einen billigen Effekt, eine kurzfristige Schlagzeile. Die Schallplatte kennt man, und sie wird immer wieder gern aufgelegt: Blüm – das ist die Grundmelodie –  ist derjenige, der ständig von der “sicheren Rente” gepredigt hat – und der sich nicht um die Folgen seiner Politik oder Generationengerechtigkeit gekümmert hat.

Wer das sagt, dem sei ein kurzes Studium der Geschichte der Sozialpolitik zwischen 1982 und 1998 empfohlen. Wer sich anschaut, was in der Rentenpolitik unter Norbert Blüm geschehen ist, sieht: Es war eine gute, eine verantwortungsvolle Politik. Und übrigens eine Politik, die nicht nur Wohltaten verteilt, sondern die Rente auch durch viele unpopuläre Maßnahmen sicherer gemacht hat.

Man kann das alles für unzureichend halten. Man kann auch der Auffassung sein, man hätte schon vor 20, 30 Jahren Kurt Biedenkopf und Meinhard Miegel folgen sollen. Für alles mag es  Gründe geben.  (Wobei die jüngste OECD-Studie für umlagefinanzierte und nicht für kapitalgedeckte Systeme spricht! Gut, dass wir nicht auf Miegel gehört haben!) Aber Blüm in der Weise abzuqualifizieren, als Synonym für einen Sozialpolitiker, der seine Versprechen nicht hält, ist erbärmlich. Anders rum wird ein Schuh draus: So gut, dass man ihn mit Norbert Blüm vergleichen könnte, ist Olaf Scholz nun wirklich nicht.

Tags: Rente
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Die Rente ist sicher… na sicher!

Sascha Brok

rente

“The German pension system has so far been less affected by the crisis than many other OECD countries… Replacement rates for low-earners are the lowest within the OECD at 43.0%…” – sagt wer? Ja, die OECD. Meine Meinung: wir sollten unser Rentensystem nicht wegwerfen, sondern geeignet krisenfest und nachhaltig weiterentwickeln. Anpassungen – wie das KAB-Modell – in Richtung zur Vermeidung von Altersarmut gehen in die richtige Richtung.

hier der link

Tags: Demographie, Rente, Sozialpolitik
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