
Soll der Staat für viel Geld eine CD mit Daten von Steuersündern kaufen, um noch mehr Geld, nämlich hinterzogene Steuern, eintreiben zu können? Man möchte nicht in der Haut dessen, der die Entscheidung letztlich zu treffen hat, stecken. Denn illegaler Datenklau bzw. Datenhandel soll nicht belohnt werden, vor allem darf es keinen Anreiz für Nachahmer geben.
Wahr ist allerdings auch: Es ist ja nicht so, dass der Rechtsstaat sonst keine “Deals” macht. Wer geständig ist, dessen Strafe fällt geringer aus. Wer als Kronzeuge aussagt, kann ebenfalls mit Strafmilderung, unter Umständen gar mit Straferlass rechnen. Und Steuerhinterziehung – gerade in dem Ausmaß, um das es hier offenbar geht – ist kein Kavaliersdelikt. Nicht nur, dass der Fiskus die 100 bis 200 Millionen gut gebrauchen könnte, von denen die Rede ist. Kauft der Staat die CD und geht gegen diejenigen, die die Steuern hinterzogen haben, vor, so kann das auch eine abschreckende Wirkung haben. Es führt potenziellen Tätern einmal mehr vor Augen, dass sie damit rechnen müssen, erwischt zu werden. Deshalb – trotz aller Bauchschmerzen: Ja, kaufen!



